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„Antisemitismus ist Alltag“

Angriffe auf den Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Köln

Mit Trauer und Entsetzen haben wir im Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V. zur Kenntnis genommen, dass der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Köln, Rabbi Yechiel Brukner, zum Opfer antisemitischer Verunglimpfungen in Kölns Stadtbahnen geworden ist („Antisemitismus ist Alltag“, Kölnische Rundschau, 2./3. April 2019). Antisemitismus, sowie jede andere Form von Diskriminierung von Menschen, darf nicht zum Alltag werden. Wenn eine Kippa zu tragen gefährlich wird, dann ist dies unter anderem ein alarmierendes Zeichen dafür, dass totgeglaubte Dämonen wieder auferstehen. Sie gefährden die humanen Werte, auf denen unsere demokratische Gesellschaft gründet. Jede Form menschlicher Gemeinschaft beruht auf der solidarischen und hilfsbereiten Haltung ihrer Mitglieder untereinander. Auch diejenigen, die Rabbi Brukner beleidigt haben, sind
auf die Hilfsbereitschaft anderer angewiesen.

Angriffe auf alle, die als „anders“ wahrgenommen werden, sind bereits eine besorgniserregende Realität in Deutschland und ihre Zahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es beginnt mit Gewalt in der Sprache, geht in körperliche Gewalt über und endet in menschlichen Katastrophen. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind nicht allein Angriffe auf Juden und Jüdinnen, auf Menschen anderer Religionen und Hautfarbe oder auf Fremde, sondern vor allem Angriffe auf die Menschlichkeit, auf die Achtung vor dem Leben und die Würde eines jeden Menschen. Das Fundament unserer Gesellschaft wird dadurch angegriffen. Daher sind wir tief besorgt darüber, mit welcher Schnelligkeit sich rassistisches, fremdenfeindliches und gewalttätiges Denken, Sprechen und Handeln in unserer Gesellschaft wieder ausbreitet.

Wir als PAKH wissen durch langjährige Arbeit im Zusammenhang mit den transgenerationellen Folgen des Holocaust, dass Rassismus verheerende Folgen nicht nur in den Seelen der Beteiligten – Opfer und Täter – hinterlässt, sondern auch in deren Nachkommen. Rassismus führt zur Entsolidarisierung und zur Entmenschlichung innerhalb der Gesellschaft – mit destruktiven Folgen.

Wir fühlen uns solidarisch mit Rabbi Yechiel Brukner sowie mit all den anderen, die zu Opfern diskriminierender Angriffe werden, und sagen NEIN zu jeder Form von Diskriminierung. Wir setzen uns ein für ein tolerantes Miteinander und für den respektvollen Dialog zwischen den Einzelnen und den verschiedenen Gruppen der Gesellschaft und fordern unsere Kölner Mitbürger auf, sich dem toleranten Dialog anzuschließen.

Der Vorstand des PAKH

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Wir über uns

41. Samstagsgespräch in Köln

An der Veranstaltung können nur Mitglieder teilnehmen

Unser Verein hat das stolze Alter von über 22 Jahren erreicht. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Alter der Zugehörigkeit der 65 Mitglieder. Neben den „ganz alten“ Gründungsmitgliedern und denjenigen, die kurz nach Vereinsgründung eingetreten sind, gibt es die, die im Laufe der Jahre hinzugekommen  sind, bis hin zu den vielen, die erst seit kurzem Mitglied sind. So stehen wir alle an unterschiedlichen  Punkten in der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Lebensgeschichte – ein ganz zentrales Anliegen unserer Arbeit: manche befassen sich seit vielen Jahren mit ihr, während andere noch eher am Anfang  der Auseinandersetzung stehen.
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Bin ich ein(e) Demokrat(in)?

40. Samstaggespräch (nur für Mitglieder)

Prof. Dr. Wolfgang Benz

Totalitäre Herrschaften wie das NS-Regimes neigen dazu, die Komplexität der Welt zu vereinfachen und in Gegensätze aufzuspalten: Gut – Böse, Richtig – Falsch, Opfer – Täter, Wir – die Anderen. Das Fremde wird abgelehnt, sogar als Gefahr für das Eigene gesehen und bekämpft. Feinde werden imaginiert. Sie schaffen Identität über die Ausgrenzung des Andersartigen. → mehr „Bin ich ein(e) Demokrat(in)?“

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Demagogen, Populisten, Fremdenfeinde

Wie gefährdet ist die Demokratie durch die „Neue Rechte“?

Prof. Dr. Wolfgang Benz

Die Barbarei des NS-Regimes begann mit der Demagogie eines „Führers“, an dessen Verheißungen immer mehr Menschen glaubten. Sie begann auch mit Politikverdrossenheit und Verachtung von Demokratie und Toleranz. Das ist die deutsche historische Erfahrung, mündend in eine Erinnerungskultur, die von einer rabiaten Minderheit zunehmend abgelehnt wird. Die Frage lautet, ob wir aus der Geschichte gelernt haben, oder ob die abgedroschenen Phrasen des Nationalismus, der Ungleichheit der Menschen, des Rechts des Stärkeren, dass die alten Feindbilder mit neuen Adressaten wieder wirksam sind, dass sich dem alten Antisemitismus neuer Hass gegen Muslime zugesellt. → mehr „Demagogen, Populisten, Fremdenfeinde“

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PAKH – Wohin gehst du?

Björn Krondorfer

Nach mehr als 21 Jahren befindet sich PAKH in einer Phase der Suche nach neuen Aufgaben und Zielen, die insbes. Auch die jüngere Mitglieder ansprechen sollen, orientiert an der gegenwärtigen politisch-gesellschaftlichen Situation. Das transgenerationelle Erbe ist sicherlich nicht erledigt, aber es hat seine Funktion geändert. → mehr „PAKH – Wohin gehst du?“

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Nationalsozialistische Täterschaft. Nachkommen stellen sich ihrer Familiengeschichte.

Lesung mit Oliver von Wrochem und Alexandra Senfft.

Moderation: Peter Pogany-Wnendt

Die Täter des Nationalsozialismus und ihre Helfer haben den Nachkommen ein schwieriges seelisches Erbe hinterlassen. Die Veranstaltung wollte auf dieses unbewusst hinterlassene Erbe Aufmerksam machen und Wege der eigenen Auseinandersetzung aufzeigen.

Oliver von Wrochem, stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, las aus dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie.“ (2016) Alexandra Senfft, Islamwissenschaftlerin und Nahostexpertin, las aus ihrem Buch „Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihren NS-Familiengeschichte.“ (2016) Ihr Großvater, Hanns Ludin, war Hitlers Gesandte in der Slowakei.