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Stellungnahme des PAKH zum Anschlag auf die Synagoge in Halle am 09.10.19

Wir verurteilen den antisemitischen Anschlag in Halle an der Saale am 9.10.2019, bei dem zwei Menschen erschossen wurden. Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff gegen Juden, sondern auch gegen die Menschlichkeit und damit gegen das Fundament, auf dem unsere Gemeinschaft ruht. Wir rufen alle Menschen auf, dem Antisemitismus und jeder Form von Diskriminierung eine klare Absage zu erteilen.

Der Vorstand

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Kriegskinder, Generation und Gemeinschaft

Einladung zum
42. Samstagsgespräch mit Dr. Beate Müller

An der Veranstaltung können nur Mitglieder teilnehmen

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von der ‚Kriegsgeneration‘ oder der ‚Generation der Kriegskinder‘ sprechen? Wer das Wort ‚Generation‘ benutzt, um Menschen vergleichbaren Alters zu einer Gruppe zusammenzufassen, deren Identität angeblich auf gemeinsamen Erfahrungen beruht, stellt dieses Gemeinschaftliche in den Vordergrund, oft mit politischen Absichten. So reden wir von ‚der Generation der Hitlerjugend‘ und fassen damit Millionen junger Menschen zu einer Gruppe zusammen.

Doch wo bleibt bei diesen imaginierten Kollektiven der einzelne Mensch mit seinen ganz individuellen Erfahrungen und Erinnerungen? Wie empfindet der Einzelne den Rückblick auf die eigene Geschichte, wenn deren Versatzstücke womöglich wenig oder gar nicht zu den verallgemeinernden Erzählungen des angeblich oder tatsächlich ‚Typischen‘ oder faktisch Richtigen passen wollen?
Welche Konsequenzen hat es für die Identität und die soziale Integration des Einzelnen, wenn die eigenen Erinnerungen an Kriegstage oder deren innerfamiliäre Tradierung nicht in den Rahmen der vorherrschenden öffentlichen Erinnerungsdiskurse passt? Und welche Folgen hat es umgekehrt, wenn der Einzelne seine eigene Geschichte als tausendfach geteilt sieht und sich daher vielleicht als Teil einer generationell definierten Schicksalsgemeinschaft empfindet?

Angeregt durch den Vortrag von Dr. Beate Müller am vorhergehenden Freitagabend möchten wir diese Fragen persönlich und anhand unserer eigenen Erfahrungen mit ihr gemeinsam diskutieren.

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Dr. Beate Müller von der Universität Newcastle ist Expertin für Überlebenszeugnisse von Kriegskindern

Veranstaltungsort und -Zeit:
Samstag, 21.09.2019, 10:30 h
Universität zu Köln
Studiendekanat der Medizinischen Fakultät
Referat IV – Gebäude 65
Josef-Stelzmann-Str. 9 a
50924 Köln-Lindenthal

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„Nie wieder Krieg! “Schulaufsätze der 50er Jahre über den Krieg

Vortrag mit Dr. Beate Müller

In Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Mit der Wende haben sich Kriegs’kinder‘ vermehrt öffentlich über ihre Erlebnisse im Dritten Reich geäußert, die auch heute noch vielen Zeitzeugen unvergesslich sind. Wie aber dachte die junge Generation der Ära Adenauer über die damals noch so nahe Zeit des Hitlerregimes, der Besatzungszeit und der Gründungsphase der alten Bundesrepublik, die sie miterlebt hatten? Tausende von Schulaufsätzen des Hagener Roeßler Archivs zeigen, dass diese jüngsten Kriegskinder sich als Generation erfanden, um ihre Identität in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft zu bestimmen. Die oft traumatischen Erfahrungen der 40er Jahre werden vielfach als Erfolgsgeschichte erzählt, um sie in die eigene Lebensgeschichte integrieren zu können. Die vorherrschenden Themen und Diskurse nehmen Kerngedanken vorweg, die Jahrzehnte bundesdeutsche ‚Vergangenheits-bewältigung‘ prägen sollten.

Dr. Beate Müller, geboren 1963, arbeitet als Literaturwissenschaftlerin und Kulturhistorikerin an der Universität Newcastle in Großbritannien. Als Expertin für Überlebenszeugnisse von Kriegskindern forscht sie zur Zeit über unveröffentlichte Aufsätze deutscher Schulkinder über den von ihnen miterlebten Zweiten Weltkrieg. Sie ist Mitherausgeberin eines Sonderheftes der Zeitschrift German Life & Letters zum Thema Kriegskinder in der Besatzungszeit (Oktober 2016) und hat über verschiedene Sammlungen von Holocaust-Zeugnissen von Kindern publiziert, z.B. über die Archivalien zu polnisch-jüdischen Kindern des Jüdischen Historischen Instituts Warschau und über David Boders Oral History Projekt ‚Voices of the Holocaust‘. Sie war Gastwissenschaftlerin am Bucerius Institut der Universität Haifa sowie am Münchner Institut für Zeitgeschichte.

Eintritt: 4,50 €, erm. für Mitglieder, Schüler, Studenten, Arbeitslose 2,00 €

Veranstaltungsort und -zeit:
Freitag, 20.09.2019, 19:30 h
NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln – Altstadt Nord

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„Holocaust und Intergenerationalität – Dialog zwischen Opfer- und Täternachkommen“

Eine Veranstaltung mit Peter Pogany-Wnendt und Erda Siebert vom Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V.

Während der Nationalsozialismus inzwischen relativ gut erforscht ist, herrscht bezüglich der eigenen Familiengeschichte zwischen den Jahren 1933 und 1945 oft große Unwissenheit. Der Zugang zur Vergangenheit und insbesondere zur Shoah bleibt, außer unter den Opfern, meistens abstrakt und wird selten persönlich. Das kollektive Schweigen über die eigenen Verstrickungen, möglicherweise die eigene Täterschaft in jenen Jahren, setzt sich so bis heute fort. Aber auch das Schweigen derer, deren Leid zu furchtbar war, um es noch aussprechen zu können, und auch das Verschweigen jener, die in der Familie als Nestbeschmutzer*innen galten.
Die Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte im Nationalsozialismus wird – noch heute – häufig von inneren wie innerfamiliären Konflikten begleitet. Doch nicht nur die Integration der oft starken und widersprüchlichen Gefühle und die familiären Konflikte gestalten sich schwierig, sondern auch die Auseinandersetzung zwischen Täter- und Opfernachkommen. Herr Pogany-Wnendt und Frau Erda Siebert beschreiben den persönlichen Transformationsprozess in ihrem Dialog als Nachkommen von Überlebenden und Tätern.

Eintritt frei.

Mittwoch 19. Juni 2019, 19.00 Uhr
Humanwissenschaftliche Fakultät der Uni Köln
Hörsaal 121
Gronewaldstraße 2, 50931 Köln

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Wir über uns

41. Samstagsgespräch in Köln

An der Veranstaltung können nur Mitglieder teilnehmen

Unser Verein hat das stolze Alter von über 22 Jahren erreicht. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Alter der Zugehörigkeit der 65 Mitglieder. Neben den „ganz alten“ Gründungsmitgliedern und denjenigen, die kurz nach Vereinsgründung eingetreten sind, gibt es die, die im Laufe der Jahre hinzugekommen  sind, bis hin zu den vielen, die erst seit kurzem Mitglied sind. So stehen wir alle an unterschiedlichen  Punkten in der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Lebensgeschichte – ein ganz zentrales Anliegen unserer Arbeit: manche befassen sich seit vielen Jahren mit ihr, während andere noch eher am Anfang  der Auseinandersetzung stehen.
→ mehr „Wir über uns“

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PAKH – Wohin gehst du?

Björn Krondorfer

Nach mehr als 21 Jahren befindet sich PAKH in einer Phase der Suche nach neuen Aufgaben und Zielen, die insbes. Auch die jüngere Mitglieder ansprechen sollen, orientiert an der gegenwärtigen politisch-gesellschaftlichen Situation. Das transgenerationelle Erbe ist sicherlich nicht erledigt, aber es hat seine Funktion geändert. → mehr „PAKH – Wohin gehst du?“

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Nationalsozialistische Täterschaft. Nachkommen stellen sich ihrer Familiengeschichte.

Lesung mit Oliver von Wrochem und Alexandra Senfft.

Moderation: Peter Pogany-Wnendt

Die Täter des Nationalsozialismus und ihre Helfer haben den Nachkommen ein schwieriges seelisches Erbe hinterlassen. Die Veranstaltung wollte auf dieses unbewusst hinterlassene Erbe Aufmerksam machen und Wege der eigenen Auseinandersetzung aufzeigen.

Oliver von Wrochem, stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, las aus dem von ihm herausgegebenen Sammelband „Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie.“ (2016) Alexandra Senfft, Islamwissenschaftlerin und Nahostexpertin, las aus ihrem Buch „Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihren NS-Familiengeschichte.“ (2016) Ihr Großvater, Hanns Ludin, war Hitlers Gesandte in der Slowakei.

 

 

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Wir über uns

38. Samstagsgespräch in Köln

PAKH – Entstehungsgeschichte und Ausblick in die Zukunft
Im vergangenen Jahr ist PAKH 20 Jahre alt geworden. Das ist eine lange Zeit, auf die wir mit Stolz  zurückblicken können. Im Jahr 1995 gründete sich der PAKH, als in den meisten Familien noch überwiegend  Schweigen über Krieg und Holocaust herrschte. Die Gründungsmitglieder, größtenteils Kinder der  Täter/Mittäter/Mitläufer und der Überlebenden (2. Generation) wollten dieses Schweigen brechen. Sie trugen  die transgenerationell unbewusst vermittelten Schuld- und Schamgefühle ihrer Täter-Eltern sowie den Schmerz,  die Ressentiments und den Hass ihrer Überlebenden-Eltern in sich. Dieses Erbe zu reflektieren und miteinander  in einen Dialog zu kommen, waren die vordringlichen Ziele jener Gründungszeit. → mehr „Wir über uns“