Stellungnahme zu Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Wenn Kinder in der Schule beschimpft werden „DU JUDE!“
Wenn eine Kippa zu tragen, gefährlich wird,
wenn Synagogen überfallen und jüdische Gläubige erschossen werden (Paris, Pittsburgh),
dann sind dies alarmierende Zeichen dafür, dass totgeglaubte Dämonen wieder auferstehen.
Wenn Ausländer*innen als Sündenböcke gejagt werden, weil sie Fremde sind,
wenn Schwarze verfolgt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben,
dann zeigt dies, dass die Verankerung unserer humanen Werte nicht so solide ist, wie wir angenommen haben.
Solche Taten führen zu einem Werteverfall und zur Radikalisierung. Sie gefährden die Demokratie.

Der Angriff auf alle, die als „anders“ wahrgenommen werden – Jüd*innen, Moslems, Geflüchtete, Menschen verschiedener Hautfarbe und Kultur, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Menschen mit Behinderungen … – ist bereits eine besorgniserregende Realität in Deutschland und hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Er beginnt mit Gewalt in der Sprache und geht in körperliche Gewalt über. Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Hoyerswerda, Mölln, Chemnitz, Berlin … sind Städtenamen, die HEUTE mit mörderischen rassistischen und fremdenfeindlichen Angriffen in Verbindung gebracht werden.
Das Nazi-Regime begann mit ähnlichen An- und Übergriffen. Es endete wenige Jahre später mit dem Holocaust und einem unvorstellbaren grausamen Vernichtungskrieg.

Antisemitismus ist nicht allein ein Angriff auf Juden und Jüdinnen, sondern vor allem ein Angriff auf die Menschlichkeit, auf die Achtung vor dem Leben und die Würde eines jeden Menschen. Er greift das Fundament unserer Gesellschaft an. Dies gilt auch für andere Formen der Diskriminierung.
Daher sind wir tief besorgt darüber, mit welcher Schnelligkeit sich rassistisches, fremdenfeindliches und gewalttätiges Denken, Sprechen und Handeln wieder zeigen.

Wir sagen NEIN zu jeder Form von Diskriminierung, ob Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder in anderer Form.

Wir als PAKH wissen durch langjährige Arbeit, dass das transgenerationelle Erbe von Krieg und Holocaust destruktive Auswirkungen haben kann, wenn es nicht bewusst gemacht und reflektiert wird. Wir wissen auch, dass individuelle Ängste und andere unbewusste Prozesse in abwertende menschenfeindliche Handlungen kanalisiert werden können, die Menschen über Generationen weiter belasten oder zerstören.

Wir treten für eine humane Gesellschaft ein, die die Würde und die Individualität jeder und jedes Einzelnen achtet und die ein tolerantes Miteinander und den respektvollen Dialog zwischen den Individuen und den verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft gewährleistet. Zur Förderung dieses Zieles setzen wir uns für die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, für die öffentliche Aufklärung sowie für die friedliche Lösung von Konflikten ein.