Online Veranstaltung: Das Elend der Verschickungskinder

7. Mai 2021, 18-19:30 Uhr Einladung zu einem Online-Vortrag für PAKH Mitglieder, PAKH-Freund*innen und Kooperationspartner*innen.
Wegen einer Teilnahmebegrenzung bitten wir, sich bis zum 6. Mai zum Online-Vortrag per Email anzumelden unter info@pakh.de

Das Elend der Verschickungskinder ist erst seit August 2019 öffentlich geworden. Die 6-wöchigen Aufenthalte betrafen Kindern ab dem 2. Lebensjahr. In Kindererholungsheimen, Kinderheilstätten und Kinderkureinrichtungen herrschten in den 50-90er Jahren teils finstere und grausame Zustände. Noch weit nach Ende des Faschismus wurde dort unter Ausschluss der Eltern und der Öffentlichkeit eine schwarze  Pädagogik propagiert und praktiziert, die nicht in den Kompetenzbereich medizinischer Berufe fällt und dem Stand der Zeit nicht entsprach. Vierjährige Kinder wurden während dieser „Erholungsaufenthalte“ gedemütigt, beleidigt, geschlagen und in einer Weise traktiert und mit Strafen überzogen, die an NS-Gefängnisse erinnern. Die Motive der Ärzte und Pflegekräfte sind dabei kritisch zu untersuchen, da neben der vorgeblichen Absicht, den Kindern Erholung von Krankheiten angedeihen zu lassen, andere Motive und Interessen immer deutlicher zutage treten: Die Nachwirkungen der NS-Zeit sind überdeutlich. Anja Röhl hat in ihrem kürzlich erschienenen Buch: Das Elend der Verschickungskinder, erstmalig dieses Phänomen untersucht und stellt den aktuellen Forschungsstand vor. Anja Röhl machte das Trauma der Verschickungskinder 2019 in der breiten Öffentlichkeit publik. Als Betroffene gründete die Sonderpädagogin und Autorin 2019 mit anderen ehemaligen Verschickungskindern die Initiative Verschickungskinder (www.verschickungsheime.de). Sie hält Vorträge zum Thema und sammelt seit Jahren Betroffenenberichte. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Frühpädagogik, institutionelle Gewalt und transgenerationale Weitergabe von NS-Erziehung. Im Januar 2021 erschien ihr Buch »Das Elend der Verschickungskinder. Kindererholungsheime als Orte der Gewalt« im Psychosozial-Verlag. Davor erschien von ihr 2013 „Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike“.

PAKH-Mitglied Angela Moré in »Gestern ist Jetzt«

Wie traumatische Erfahrungen weitergegeben werden, das ist das Spezialgebiet von Angela Moré. Das betrifft Verfolgung, Gewalt, der Tod von Angehörigen, Krieg, Vertreibung – aber auch die Schuldverstrickungen in Familien von Verfolgten und von Tätern. Angela Moré ist Professorin für Sozialpsychologie an der Leibniz Universität Hannover sowie Mitbegründerin des gruppenanalytischen Instituts GIGOS

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25 Jahre PAKH

Johannes Pfäfflin, Erda Siebert, Peter Pogany-Wnendt, Beata Hammerich, Elke Horn: Ein Forum für dialogische Auseinandersetzungen mit den transgenerationellen Folgen von Holocaust und Nationalsozialismus
Das Heft ist nur für Mitglieder und nur für die vereinsinterne Verwendung bestimmt

Peter Pogany-Wnendt im Zeitzeugengespräch

Erinnerung an den Holocaust
„Der Toten wegen musste ich jüdisch sein“

Zeitzeugen im Gespräch, Deutschlandfunk
Sendung vom 28.01.2021

Damit der Holocaust nicht vergessen wird, empfiehlt der Psychotherapeut Peter Pogany-Wnendt sich mit der eigenen familiären Geschichte auseinanderzusetzen. Der Holocaust zeige, wie eine Welt ohne Menschlichkeit und Liebe aussehe – heute müssten deswegen die Kräfte der Menschlichkeit gestärkt werden.
Peter Pogany-Wnendt im Gespräch mit Melanie Longerich

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Pumla Gobodo-Madikizela (edit.): History, Trauma and Shame

Engaging the Past through Second Generation Dialogue

History, Trauma and Shame provides an in-depth examination of the sustained dialogue about the past between children of Holocaust survivors and descendants of families whose parents were either directly or indirectly involved in Nazi crimes. Taking an autobiographical narrative perspective, the chapters in the book explore the intersection of history, trauma and shame, and how change and transformation unfolds over time. The analyses of the encounters described in the book provides a close examination of the process of dialogue among members of The Study Group on Intergenerational Consequences of the Holocaust (PAKH), exploring how Holocaust trauma lives in the ‘everyday’ lives of descendants of survivors. It goes to the heart of the issues at the forefront of contemporary transnational debates about building relationships of trust and reconciliation in societies with a history of genocide and mass political violence. This book will be great interest for academics, researchers and postgraduate students engaged in the study of social psychology, Holocaust or genocide studies, cultural studies, reconciliation studies, historical trauma and peacebuilding. It will also appeal to clinical psychologists, psychiatrists and psychoanalysts, as well as upper-level undergraduate students interested in the above areas.

With contributions by PAKH members Beata Hammerich, Erda Siebert, Peter Pogany-Wnendt, Johannes Pfäfflin and Elke Horn

Pumla Gobodo-Madikizela is Professor and holds the South African National Research Foundation Research Chair in Violent Histories and Transgenerational Trauma  in the Faculty of Arts and Social Sciences at Stellenbosch University, South Africa. She is the author of the award-winning A Human Being Died that Night: A South African Story of Forgiveness.

>> www.routledge.com

Alexandra Senfft: The Long Shadow of the Perpetrators

This article addresses the transgenerational consequences of the Second World War and the Holocaust for the descendants of the Nazi perpetrators and bystanders. Using the example of her own family, the author traces the external obstacles and the psychological difficulties arising from working through a legacy of crime, compounded by the fact that an atmosphere of taboos, silence and denial has persisted within German families – in spite of all the research and enlightenment in the academic and political spheres. The author argues that the patterns of feeling, thinking and action are often passed down when they are not scrutinised. Meaningful dialogues with the survivors and their descendants, as well as authentic remembrance, the author claims, can only take place if descendants of the victimisers break away from those generationally transmitted narratives which continue to evade the entire truth about the crimes committed by the Nazis and their accomplices in Europe.
in: European Judaism. A Journal for the New Europe, Vol. 53: Issue 2, September 2020, pages 77-86

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Filmabend „Nachlass“

Vorführung des Films „Nachlass“ im Odeon Kino Köln mit anschließender Gesprächsrunde mit den Protagonisten und den beiden Filmemachern Christoph Hübner und Gabriele Voss.

Sieben Nachkommen von NS-Tätern und Überlebenden des Holocaust erzählen die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern während der NS-Zeit und des Holocaust. Sie berichten über ihr persönliches Ringen mit dem schwierigen transgenerationellen Erbe von Täter- oder Opferschaft und zeigen ihren individuellen Umgang mit dem belastenden seelischen Vermächtnis.

Zwei der Protagonisten, Erda Siebert und Peter Pogany-Wnendt, sind Mitglieder des PAKH. Sie veranschaulichen ihren langjährigen persönlichen Dialog als Täter- bzw. Opfernachkommen, der ein Beispiel der PAKH-Dialogarbeit darstellt.
Christoph Hübner und Gabriele Voss haben einen ungewöhnlich einfühlsamen und authentischen Film gemacht, der die Nachkommen in der zweiten und dritten Generation nach dem Holocaust für sich sprechen lässt und dadurch sehr unmittelbar zeigt, dass die Folgen von unverarbeiteter Täter- bzw. Opferschaft in den Seelen der Nachkommen weiterleben und wirkmächtig sind. Der Film gewann den ersten Preis beim Internationalen Geschichte Filmfestival in Rijeka 2018 und wurde für den Grimme Preis 2020 nominiert.

Diese Veranstaltung musste wegen Corona leider ausfallen. Voraussichtlich wird sie nachgeholt, aber ein neuer Termin steht noch nicht fest.