44. Samstagsgespräch mit Annette Simon – Wut schlägt Scham

Die Thematik des Vortrags von Anette Simon (Psychoanalytikerin, Autorin und Publizistin, Berlin) am Vorabend: „Wut schlägt Scham – Ostdeutsche Identitäten in der Gegenwart“ wird noch einmal vertieft, reflektiert und diskutiert. Ein weiterer Themenbereich: Traumatisierungen der Ostdeutschen.Vortrag von Annette Simon

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Vortrag von Anette Simon (Psychoanalytikerin, Autorin und Publizistin, Berlin): „Wut schlägt Scham – Ostdeutsche Identitäten in der Gegenwart“

Offensiv und höchst instrumentell übernimmt die AfD in Ostdeutschland
die zentrale Parole der friedlichen Revolution von 1989: „Wir sind das Volk“. Damit aber homogenisiert sie die DDR-Bevölkerung, deren Identität vielfach gespalten war und ist. Demgegenüber gilt es viel stärker – auch mit dem Blick auf westdeutsche Zuschreibungen – die Widersprüche und Bedingungen der ostdeutschen Identitäten in den Blick zu nehmen und sie in der bundesrepublikanischen Gegenwart zu verorten.

Eine Veranstaltung des „Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V.“ in Kooperation mit dem IPR – Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Rheinland e.V. und dem NS-Dokumentationszentrum Köln.

Diese Veranstaltung musste wegen Corona leider ausfallen. Voraussichtlich wird sie nachgeholt, aber ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Das Böse in der Geschichte

Rezension von Jan Plamper

Die Vereinigten Staaten von Amerika, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik und der Umgang mit Krieg, Besatzung, Aufarbeitung der Verbrechen – Vergleiche lassen sich als Quellenarbeit, Personengeschichte, Strukturanalysen oder mit Hilfe einer oral history ziehen. Die Philosophin Susan Neiman hat in ihrem Buch „Von den Deutschen lernen“ alles mit einbezogen, und Jan Plamper ist davon angetan:
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75 Jahre Kriegsende

In vielen europäischen Ländern ist der 8. Mai ein Feiertag. Auch in Deutschland wird an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert. Wie wichtig ist heute die Versöhnung über Grenzen hinweg? PAKH-Mitglied Beate Bornmüller in: sonntags, ZDF, 10.05.2020
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43. Samstagsgespräch – 25 Jahre PAKH – Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs

Ein Forum für Dialogarbeit zwischen den Nachkommen der
Überlebenden und der Täter/Mittäter

Die Gründungsidee des PAKH fokussierte in erster Linie die unter Einbeziehung der persönlichen Familiengeschichte selbstreflexiven und dialogischen Aspekte der Auseinandersetzung mit den transgenerationellen Folgen der Verfolgung im Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der Erkenntnisse dieser PAKH-internen Arbeit sollte in die Gesellschaft hineingewirkt werden. Dabei hatten die Gründungsmitglieder weniger das konkrete tagespolitische Handeln im Auge als vielmehr die allmähliche Überwindung des damals noch herrschenden Schweigens und der „Sprachlosigkeit“ durch öffentliche Aufklärung. Sie gingen von dem psychoanalytischen Grundgedanken aus, dass das Bewusstmachen und Durcharbeiten unbewusster unerledigter seelischer Inhalte und Konflikte – was sie damals in Bezug auf den Holocaust die „transgenerationelle Weitergabe“ nannten – sowohl für das Individuum wie auch für die Gesellschaft befreiende und heilsame Wirkung haben kann. So wollten sie mit den Mitteln der psychoanalytisch orientierten Aufklärungsarbeit dem Wiederaufleben von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken.

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Stellungnahme des PAKH zum Anschlag in Hanau am 19.02.2020

Wir trauern um die Opfer des menschenverachtenden Anschlags am 19. Februar in Hanau und fühlen mit den Angehörigen der Ermordeten und den Verletzten. Wir sagen NEIN zu Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Islamophobie und Antisemitismus und fühlen uns solidarisch mit allen Menschen, die dies mit uns teilen und sich den Werten der Offenheit, Toleranz und Humanität verpflichtet fühlen.

Susan Neiman: Von den Deutschen lernen

Wie Gesellschaften mit dem Bösen in ihrer Geschichte umgehen können

Deutschland als Vorbild? Susan Neiman vergleicht den deutschen und den amerikanischen Umgang mit dem Erbe der eigenen Geschichte.

Wie können Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen? Lässt sich – politisch gesehen – etwas von den Deutschen lernen? Als Susan Neiman, eine junge jüdische Amerikanerin, in den achtziger Jahren ausgerechnet nach Berlin zog, war das für viele in ihrem Umfeld nicht nachvollziehbar. Doch sie blieb in Berlin und erlebte hier, wie die Deutschen sich ernsthaft mit den eigenen Verbrechen auseinandersetzten: im Westen wie im Osten, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Als dann mit Donald Trump ein Mann Präsident der USA wurde, der dem Rassismus neuen Aufschwung verschaffte, beschloss sie, dorthin zurückzukehren, wo sie aufgewachsen war: in die amerikanischen Südstaaten, wo das Erbe der Sklaverei noch immer die Gegenwart bestimmt. Susan Neiman verknüpft persönliche Porträts mit philosophischer Reflexion und fragt: Wie sollten Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen?
Pakh auf Seiten 101f.

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Stellungnahme des PAKH zum Anschlag auf die Synagoge in Halle am 09.10.2019

Wir verurteilen den antisemitischen Anschlag in Halle an der Saale am 9.10.2019, bei dem zwei Menschen erschossen wurden. Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff gegen Juden, sondern auch gegen die Menschlichkeit und damit gegen das Fundament, auf dem unsere Gemeinschaft ruht. Wir rufen alle Menschen auf, dem Antisemitismus und jeder Form von Diskriminierung eine klare Absage zu erteilen.

Der Vorstand

42. Samstagsgespräch mit Dr. Beate Müller – Kriegskinder, Generation und Gemeinschaft

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von der ‚Kriegsgeneration‘ oder der ‚Generation der Kriegskinder‘ sprechen? Wer das Wort ‚Generation‘ benutzt, um Menschen vergleichbaren Alters zu einer Gruppe zusammenzufassen, deren Identität angeblich auf gemeinsamen Erfahrungen beruht, stellt dieses Gemeinschaftliche in den Vordergrund, oft mit politischen Absichten. So reden wir von ‚der Generation der Hitlerjugend‘ und fassen damit Millionen junger Menschen zu einer Gruppe zusammen.

Doch wo bleibt bei diesen imaginierten Kollektiven der einzelne Mensch mit seinen ganz individuellen Erfahrungen und Erinnerungen? Wie empfindet der Einzelne den Rückblick auf die eigene Geschichte, wenn deren Versatzstücke womöglich wenig oder gar nicht zu den verallgemeinernden Erzählungen des angeblich oder tatsächlich ‚Typischen‘ oder faktisch Richtigen passen wollen?

Welche Konsequenzen hat es für die Identität und die soziale Integration des Einzelnen, wenn die eigenen Erinnerungen an Kriegstage oder deren innerfamiliäre Tradierung nicht in den Rahmen der vorherrschenden öffentlichen Erinnerungsdiskurse passt? Und welche Folgen hat es umgekehrt, wenn der Einzelne seine eigene Geschichte als tausendfach geteilt sieht und sich daher vielleicht als Teil einer generationell definierten Schicksalsgemeinschaft empfindet?

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