Der Arbeitskreis PAKH beschäftigt sich mit den generationsübergreifenden Folgen des Holocaust bei den Nachkommen von Opfern/Überlebenden und Tätern/Mitläufern. Wir bieten Menschen, die sich mit ihren Familiengeschichten im Zusammenhang mit der NS-Zeit auseinandersetzen und den Dialog zwischen beiden Seiten fördern wollen, ein Forum. Zweck des Vereins ist es, durch öffentliche Aufklärung dem kollektiven und individuellen Vergessen der Verfolgung im Nationalsozialismus entgegenzuwirken. Er versteht sich als Initiative gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Ressentiments gegen Sinti und Roma sowie Rassismus.
Unser Verein arbeitet psychologisch, überwiegend psychoanalytisch basiert, wir sind aber keine Therapie- oder Selbsthilfegruppe. Wir denken politisch, sind aber kein politischer Kreis im engeren Sinne. Wir versuchen, größere Zusammenhänge zu reflektieren, sind aber keine Philosophen. Uns geht es darum, die tieferen Schichten der Vergangenheit zu beleuchten und zu analysieren, wie uns diese heute noch betrifft, persönlich und kollektiv. Wir verbinden das Kognitive und Emotionale, um dem Thema Holocaust und Krieg und deren intergenerationellen Folgen mehrschichtig zu begegnen.
Alle, die den Folgen der NS-Vergangenheit in der Gegenwart auf die Spur kommen wollen und dialogbereit sind, sind bei uns willkommen. Wir vertreten alle Nachkommen der Überlebenden und Opfer – Jüdinnen und Juden, politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Opfer von Zwangssterilisationen und Krankenmorden, Schwule und Lesben – sowie die Nachkommen der Täter:innen und ihrer Kompliz:innen.
In Präsenz- und Online-Gruppen treffen wir uns regelmäßig zum Austausch – über unsere Biografien, über NS-bezogene Themen, Filme oder Bücher und deren Wirkung in der Gegenwart. Mitunter planen wir auch PAKH-Reisen. So z. B. waren Mitglieder gemeinsam mehrfach in Südafrika, in Israel und den palästinensischen Gebieten oder in Polen.
Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust, – ehem. PAKH e.V. wurde 1995 von jüdischen und nicht-jüdischen deutschen Mitgliedern, in der Mehrzahl Psychotherapeuten, gegründet. Der ursprüngliche Name PAKH war die Abkürzung für „Psychotherapeutischer Arbeitskreis für Betroffene des Holocaust.“ Da die Mitglieder später zunehmend aus anderen Berufsgruppen kamen, wurde der Name 2006 in „Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust“ geändert.
