Filmabend „Nachlass“

Vorführung des Films „Nachlass“ im Odeon Kino Köln mit anschließender Gesprächsrunde mit den Protagonisten und den beiden Filmemachern Christoph Hübner und Gabriele Voss.

Sieben Nachkommen von NS-Tätern und Überlebenden des Holocaust erzählen die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern während der NS-Zeit und des Holocaust. Sie berichten über ihr persönliches Ringen mit dem schwierigen transgenerationellen Erbe von Täter- oder Opferschaft und zeigen ihren individuellen Umgang mit dem belastenden seelischen Vermächtnis.

Zwei der Protagonisten, Erda Siebert und Peter Pogany-Wnendt, sind Mitglieder des PAKH. Sie veranschaulichen ihren langjährigen persönlichen Dialog als Täter- bzw. Opfernachkommen, der ein Beispiel der PAKH-Dialogarbeit darstellt.
Christoph Hübner und Gabriele Voss haben einen ungewöhnlich einfühlsamen und authentischen Film gemacht, der die Nachkommen in der zweiten und dritten Generation nach dem Holocaust für sich sprechen lässt und dadurch sehr unmittelbar zeigt, dass die Folgen von unverarbeiteter Täter- bzw. Opferschaft in den Seelen der Nachkommen weiterleben und wirkmächtig sind. Der Film gewann den ersten Preis beim Internationalen Geschichte Filmfestival in Rijeka 2018 und wurde für den Grimme Preis 2020 nominiert.

Diese Veranstaltung musste wegen Corona leider ausfallen. Voraussichtlich wird sie nachgeholt, aber ein neuer Termin steht noch nicht fest.

44. Samstagsgespräch mit Annette Simon – Wut schlägt Scham

Die Thematik des Vortrags von Anette Simon (Psychoanalytikerin, Autorin und Publizistin, Berlin) am Vorabend: „Wut schlägt Scham – Ostdeutsche Identitäten in der Gegenwart“ wird noch einmal vertieft, reflektiert und diskutiert. Ein weiterer Themenbereich: Traumatisierungen der Ostdeutschen.Vortrag von Annette Simon

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Vortrag von Anette Simon (Psychoanalytikerin, Autorin und Publizistin, Berlin): „Wut schlägt Scham – Ostdeutsche Identitäten in der Gegenwart“

Offensiv und höchst instrumentell übernimmt die AfD in Ostdeutschland
die zentrale Parole der friedlichen Revolution von 1989: „Wir sind das Volk“. Damit aber homogenisiert sie die DDR-Bevölkerung, deren Identität vielfach gespalten war und ist. Demgegenüber gilt es viel stärker – auch mit dem Blick auf westdeutsche Zuschreibungen – die Widersprüche und Bedingungen der ostdeutschen Identitäten in den Blick zu nehmen und sie in der bundesrepublikanischen Gegenwart zu verorten.

Eine Veranstaltung des „Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V.“ in Kooperation mit dem IPR – Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Rheinland e.V. und dem NS-Dokumentationszentrum Köln.

Diese Veranstaltung musste wegen Corona leider ausfallen. Voraussichtlich wird sie nachgeholt, aber ein neuer Termin steht noch nicht fest.

43. Samstagsgespräch – 25 Jahre PAKH – Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs

Ein Forum für Dialogarbeit zwischen den Nachkommen der
Überlebenden und der Täter/Mittäter

Die Gründungsidee des PAKH fokussierte in erster Linie die unter Einbeziehung der persönlichen Familiengeschichte selbstreflexiven und dialogischen Aspekte der Auseinandersetzung mit den transgenerationellen Folgen der Verfolgung im Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der Erkenntnisse dieser PAKH-internen Arbeit sollte in die Gesellschaft hineingewirkt werden. Dabei hatten die Gründungsmitglieder weniger das konkrete tagespolitische Handeln im Auge als vielmehr die allmähliche Überwindung des damals noch herrschenden Schweigens und der „Sprachlosigkeit“ durch öffentliche Aufklärung. Sie gingen von dem psychoanalytischen Grundgedanken aus, dass das Bewusstmachen und Durcharbeiten unbewusster unerledigter seelischer Inhalte und Konflikte – was sie damals in Bezug auf den Holocaust die „transgenerationelle Weitergabe“ nannten – sowohl für das Individuum wie auch für die Gesellschaft befreiende und heilsame Wirkung haben kann. So wollten sie mit den Mitteln der psychoanalytisch orientierten Aufklärungsarbeit dem Wiederaufleben von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken.

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42. Samstagsgespräch mit Dr. Beate Müller – Kriegskinder, Generation und Gemeinschaft

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von der ‚Kriegsgeneration‘ oder der ‚Generation der Kriegskinder‘ sprechen? Wer das Wort ‚Generation‘ benutzt, um Menschen vergleichbaren Alters zu einer Gruppe zusammenzufassen, deren Identität angeblich auf gemeinsamen Erfahrungen beruht, stellt dieses Gemeinschaftliche in den Vordergrund, oft mit politischen Absichten. So reden wir von ‚der Generation der Hitlerjugend‘ und fassen damit Millionen junger Menschen zu einer Gruppe zusammen.

Doch wo bleibt bei diesen imaginierten Kollektiven der einzelne Mensch mit seinen ganz individuellen Erfahrungen und Erinnerungen? Wie empfindet der Einzelne den Rückblick auf die eigene Geschichte, wenn deren Versatzstücke womöglich wenig oder gar nicht zu den verallgemeinernden Erzählungen des angeblich oder tatsächlich ‚Typischen‘ oder faktisch Richtigen passen wollen?

Welche Konsequenzen hat es für die Identität und die soziale Integration des Einzelnen, wenn die eigenen Erinnerungen an Kriegstage oder deren innerfamiliäre Tradierung nicht in den Rahmen der vorherrschenden öffentlichen Erinnerungsdiskurse passt? Und welche Folgen hat es umgekehrt, wenn der Einzelne seine eigene Geschichte als tausendfach geteilt sieht und sich daher vielleicht als Teil einer generationell definierten Schicksalsgemeinschaft empfindet?

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„Nie wieder Krieg!“ – Schulaufsätze der 50er Jahre über den Krieg

Vortrag mit Dr. Beate Müller

In Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Mit der Wende haben sich Kriegs’kinder‘ vermehrt öffentlich über ihre Erlebnisse im Dritten Reich geäußert, die auch heute noch vielen Zeitzeugen unvergesslich sind. Wie aber dachte die junge Generation der Ära Adenauer über die damals noch so nahe Zeit des Hitlerregimes, der Besatzungszeit und der Gründungsphase der alten Bundesrepublik, die sie miterlebt hatten? Tausende von Schulaufsätzen des Hagener Roeßler Archivs zeigen, dass diese jüngsten Kriegskinder sich als Generation erfanden, um ihre Identität in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft zu bestimmen. Die oft traumatischen Erfahrungen der 40er Jahre werden vielfach als Erfolgsgeschichte erzählt, um sie in die eigene Lebensgeschichte integrieren zu können. Die vorherrschenden Themen und Diskurse nehmen Kerngedanken vorweg, die Jahrzehnte bundesdeutsche ‚Vergangenheits-bewältigung‘ prägen sollten.

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„Holocaust und Intergenerationalität – Dialog zwischen Opfer- und Täternachkommen“

Eine Veranstaltung mit Peter Pogany-Wnendt und Erda Siebert vom Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V.

Während der Nationalsozialismus inzwischen relativ gut erforscht ist, herrscht bezüglich der eigenen Familiengeschichte zwischen den Jahren 1933 und 1945 oft große Unwissenheit. Der Zugang zur Vergangenheit und insbesondere zur Shoah bleibt, außer unter den Opfern, meistens abstrakt und wird selten persönlich. Das kollektive Schweigen über die eigenen Verstrickungen, möglicherweise die eigene Täterschaft in jenen Jahren, setzt sich so bis heute fort. Aber auch das Schweigen derer, deren Leid zu furchtbar war, um es noch aussprechen zu können, und auch das Verschweigen jener, die in der Familie als Nestbeschmutzer*innen galten.

Die Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte im Nationalsozialismus wird – noch heute – häufig von inneren wie innerfamiliären Konflikten begleitet. Doch nicht nur die Integration der oft starken und widersprüchlichen Gefühle und die familiären Konflikte gestalten sich schwierig, sondern auch die Auseinandersetzung zwischen Täter- und Opfernachkommen. Peter Pogany-Wnendt und  Erda Siebert beschreiben den persönlichen Transformationsprozess in ihrem Dialog als Nachkommen von Überlebenden und Tätern.

Diese Veranstaltung fand am 19. Juni 2019 statt.

Wir über uns – 42. Samstagsgespräch in Köln

Von der Reflexion zum Handeln

Sinnvolles Handeln entwickelt sich aus der Reflexion und dem Verstehen heraus. Wir alle sind sehr über die aktuelle gesellschaftlich-politische Entwicklung, insbesondere über die weltweite Zunahme von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus besorgt – Themen, die polarisieren und unsere Gesellschaft spalten. Die sehr lebhafte Diskussionen im PAKH im Anschluss an den „Bürgerdialog“ der AfD in Köln und in der Gruppe „Aktuelles“ zeugen von dieser Besorgnis. Sie haben gezeigt, dass es hier Gesprächsbedarf gibt. Viele Mitglieder haben in diesen Gesprächen den Wunsch geäußert, zu diskutieren wie wir als PAKH handeln können. Diese Anregung möchte der Vorstand beim diesjährigen „Wir über uns“ aufgreifen.

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Wir über uns – 41. Samstagsgespräch in Köln

Unser Verein hat das stolze Alter von über 22 Jahren erreicht. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Alter der Zugehörigkeit der 65 Mitglieder. Neben den „ganz alten“ Gründungsmitgliedern und denjenigen, die kurz nach Vereinsgründung eingetreten sind, gibt es die, die im Laufe der Jahre hinzugekommen  sind, bis hin zu den vielen, die erst seit kurzem Mitglied sind. So stehen wir alle an unterschiedlichen  Punkten in der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Lebensgeschichte – ein ganz zentrales Anliegen unserer Arbeit: manche befassen sich seit vielen Jahren mit ihr, während andere noch eher am Anfang  der Auseinandersetzung stehen.

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