Internationale Gedenkstätten auf die UNESCO-Welterbeliste setzen

Unser niederländisches Mitglied Martine Letterie gab eine Erklärung zum Schutz der internationalen Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager bekannt und rief mit den internationalen Komitees dazu auf, die Gedenkstätten auf die UNESCO-Welterbeliste setzen zu lassen.

Martine Letterie ist die niederländische Präsidentin der Amicale Internationale KZ-Neuengamme und Enkelin eines niederländischen Häftlings. Sie war zehn Jahre lang Präsidentin der „Stichting Vriendenkring Neuengamme“, dem niederländischen Verband der ehemaligen Häftlinge und ihrer Angehörigen.

Vom 18.-20. März nahm Martine an der von ihr maßgeblich organisierten internationalen Konferenz der Gedenkstätten in Den Haag teil, wo sie die unten stehende Erklärung der Gedenkstätten vorstellte. 

Statement
At the end of the Second World War, former prisoners of the Nazi concentration and extermination camps joined together to form various international commitees, in which the national commitees from the different countries are represented: the International Auschwitz Commitee, the International Commitee for Buchenwald, Dora and the Commando camps, the International Dachau Commitee, the International Mauthausen Commitee, the International Natzweiler Commitee, Amicale Internationale KZ Neuengamme, the International Ravensbrück Commitee, and the Internationale Sachsenhausen-Commitee.

Foto: Wouter Vellekoop

Remember-the-past, Ministerie-Buitenlandse-Zaken, The Hague, on 19-03-2026. Photo by Wouter Vellekoop
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Buchhinweis 

Júlia Vajda: Damals, dort …
Überlebensgeschichten aus der Schoah

In ihrem Buch schreibt PAKH-Mitglied Júlia Vajda aus Budapest über die Überlebenden der Schoah und über Interviews, die sowohl sie als auch Kolleginnen und Kollegen mit ihnen geführt haben. Vajda versucht dabei zu verstehen und den Leserinnen und Lesern zu vermitteln, wie die Erzählenden all das, was mit ihnen geschehen ist, durchlebt, erlebt und überlebt haben, wie sie später mit den – psychischen und physischen – „Spuren“ der Verfolgung leben konnten und wie sie in der Lage waren, diese Last ein Leben lang mit sich herumzutragen. Die Autorin tut das zu einer Zeit, in der es bald keine Möglichkeit mehr für neue Erinnerungen und Zeugnisablegungen geben wird. Nun, da die Zeit der Überlebenden und Zeitzeugen auf das Ende zugeht. Jetzt, wo in Kürze nur noch ihre bisherigen Erzählungen bleiben, um davon zu berichten, was sie damals, dort erlebt haben.

Taschenbuch
Erscheinungsdatum 02.03.2026
Verlag: Praesens Verlag, Wien

„Kleine Pause“

Aufklärung über den Holocaust als „Zweitzeuge“ in Deutschland
mit PAKH-Mitglied Avi Applestein

25. Februar 2026

Avi Applestein ist Psychotherapeut, Sohn von Holocaust-Überlebenden und Zeitzeuge der zweiten Generation. Seine Eltern überlebten die Shoa u.a. in Auschwitz und Bergen-Belsen, ihre Geschichte prägte seine Kindheit und seinen Lebensweg tief. Heute berichtet Avi vor Schüler*innen von der Verfolgung seiner Familie und schafft einen sehr persönlichen Zugang zur Geschichte der NS-Zeit. Wir sprechen über seine Geschichte, über Verantwortung, Zugänge zum Thema Holocaust und darüber, was Erinnerung heute bedeutet. Auch geht es um die Frage, wie und warum demokratische Werte geschützt werden müssen. Ein weiterer Schwerpunkt ist sein Engagement im jüdisch-muslimischen Dialog. Gemeinsam mit einer muslimischen Freundin besucht er Schulen und zeigt, wie Begegnung, Nähe und echte Freund*innenschaft in polarisierten Zeiten gelingen kann.

Eine Folge über Erinnerung, Haltung und darüber, warum „Nie wieder“ mehr sein muss als ein Satz, der symbolpolitisch ausgehöhlt wird.

Kleine Pause, 26.2.2026

>> zum Podcast

Foto: Elise Riebel

Begleitmaterial zum Film „Das Ungesagte“

PAKH-Mitglied, der Dokumentarfilmer Lothar Herzog, bietet mit seinem Team Begleitworkshops in Schulen und Universitäten zu seinem Film mit Patricia Hector „Das Ungesagte“ an.

Wie kann ich mit Jugendlichen so zum historischen Nationalsozialismus und zur deutschen Erinnerungskultur arbeiten, dass diese einen eigenen Bezug zur Thematik entwickeln? Wie können sie eine eigene kritische Perspektive auf den Film entwickeln und sich hierbei sowohl historisches Faktenwissen wie auch Grundlagen einer kritischen Medienkompetenz aneignen? Das vorliegende pädagogische Konzept zum Film „Das Ungesagte“ gibt eine mögliche Antwort auf diese Fragen. Es wurde seit 2025 bundesweit im Rahmen eines von der Stiftung EVZ geförderten Projektes an 12 Schulen und anderen Bildungseinrichtungen erprobt und verfeinert und wird von den Autor:innen Lothar Herzog, Patricia Hector und Thomas Blum hier kostenfrei zur Verfügung gestellt.   

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Das Ungesagte

Ein Film von PAKH-Mitglied Lothar Herzog und Patricia Hector

>> zur Homepage von Das Ungesagte hier

„Die Filmemacher entlasten ihre Zuschauer:innen nicht, sondern konfrontieren sie mit den ambivalenten Gefühlen und Abwehrhaltungen ihrer Protagonist:innen. So sehen die schrecklichen Folgen von Faschismus aus. Wer genauer hinsieht, findet sie in der eigenen Familie.“

Alexandra Senfft, Autorin von »Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte« und PAKH-Vorstand

„Aga“ – das neue Buch von PAKH-Mitglied Agnieszka Lessmann ist erschienen

 

Agnieszka Lessmann: „Aga“. Roman, 
Gans Verlag, Berlin.
ISBN 978-3-946392-60-6

mehr auf
agnieszkalessmann.de

Zwei Mal schon hat sie mit ihren Eltern die Kontinente gewechselt und den Namen gleich dazu. Nun zieht Aga ins „Land der Mörder“, so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei.Agnieszka Lessmanns autobiografisch gefärbter Roman erzählt subtil, wie das Schweigen der Überlebenden den Nachkommen zur Last wird – und wie ihre heranwachsende Hauptfigur in gewitzter Selbstbehauptung die Hoffnung auf Heilung  nie aufgibt.

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„Present Past“ – das neue Buch von PAKH-Mitglied Dr. Johannes Spohr

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen

 

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen
Johannes Spohr (Hrsg.), unter Mitarbeit von Claudia Krieg

Zehn Geschichten, zehn Wege: Nachfahren berichten, wie sie zum Nationalsozialismus in der eigenen Familie recherchiert haben, was sie herausgefunden haben und wie sie mit den Erkenntnissen umgehen. Sie geben damit Einblick in persönliche Erinnerungspraktiken einer wachsenden Minderheit in der deutschen Gesellschaft. Ergänzt werden die Erfahrungsberichte durch Beiträge, die gesellschaftliche Entwicklungen zum Thema sowie Neuerungen in den Archiven darstellen. Ein Ermutigungsbuch für alle, die sich auf die Suche begeben wollen.

Re/Connecting emotions and impacts on teaching

An autoethnography of a missing national socialist family narrative
von PAKH-Mitglied Anne Wihstutz, in: Ethnography and Education, October, 7th, 2025

ABSTRACT
This paper elaborates on the particular relationship between emotion, memory and teaching in Higher Education in post-Nazi Germany. Emotions as social patterns connect the individual with the social. They play a crucial role in collective and individual memories. The author discloses in her autoethnography how she is reconnecting emotionally to a missing National Socialist family narrative, discussing the impacts of this reflective writing process on her teaching and memory work in early childhood teacher education. The autoethnographic approach provides insights into workings of emotional experiences which are otherwise difficult to grasp, like speechlessness. Challenges and opportunities of autoethnography are discussed regarding education’s aim to enable a transformation of self and world relations. The paper argues for the adoption of a global and comprehensive approach in memory work and education against moralising and formulaic, identity-related practices.

>> zum Beitrag hierEthnography and Education, October, 7th, 2025

The Objects of Love

Die Ausstellung unseres PAKH-Mitglieds Oliver Sears nun auch in Lodz/Polen
Vernissage am 15. Oktober 2025

„The Objects of Love“ erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand einer kuratierten Sammlung wertvoller Familiengegenstände, Fotografien und Dokumente wird das Schicksal einzelner Menschen beschrieben, deren Leben im von den Nazis besetzten Polen und darüber hinaus auseinandergerissen wurde. Der in London geborene und in Dublin lebende Kunsthändler Oliver Sears lässt diese extreme Seite der europäischen Geschichte lebendig werden, in der seine Mutter Monika und seine Großmutter Kryszia die pulsierenden Herzen einer epischen und intimen Geschichte über Liebe, Verlust und Überleben sind. Die Ausstellung wird von einem wunderschön gestalteten illustrierten Begleitheft sowie einer Audioführung begleitet.

Rewriting Berlin People’s App

Unser Mitglied Dr. Iris Wachsmuth ist Mit-Initiatorin und -Entwicklerin der People’s App „Rewriting Berlin“

Die zweisprachige App (dt./engl) führt die Nutzer*innen zu besonderen Geschichten in Vergangenheit und Gegenwart der 800jährigen Berlin-Geschichte.  Die App beinhaltet diese neun Themen:

Revolutionäres BerlinJüdisches BerlinFrauen BerlinsQueeres BerlinPostkoloniales BerlinNationalsozialismus: Widerstand & ErinnerungDDR-OppositionMigrationen und Urbane Pioniere 

An diesen Orten haben Menschen ihre Stimme und ihre Möglichkeiten genutzt, um patriarchale, imperiale und autoritäre Machtverhältnisse zu bekämpfen oder zu unterlaufen und die jeweiligen Herrschaftssysteme herauszufordern und ihre Rechte einzufordern. Peoples`s Berlin beleuchtet die alternativen, subversiven oder auch ausgelöschten Geschichten – mit dem Fokus auf mutiges und verantwortungsvolles Handeln. Der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichem Engagement ist der rote Faden, der die Beiträge der People’s Berlin App zusammenfügt. Dieser digitale Zugang ermöglicht es diese Geschichten von jedem Ort der Welt mit Internetzugang zu erkunden – kostenlos und werbefrei.

>> zur Rewriting Berlin app