War Opa ein Nazi? Hunderttausende recherchieren das in Onlineangeboten von Zeit und Spiegel. Historiker und PAKH-Mitglied Johannes Spohr warnt vor rechter Vereinnahmung.
taz, 26. Juni 2026
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„Da bröckelt das Vertrauen in das Familiennarrativ“
Viele Deutsche entdecken gerade die NS-Vergangenheit ihrer Vorfahren. Die Sozialpsychologin und PAKH-Angela Moré über Schuld und die Frage von Wiedergutmachung.
Interview mit Carolin Fries in der Süddeutschen Zeitung, 25. Juni 2026
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NSDAP-Akten online: Wandel der Erinnerungskultur?
PAKH-Mitglied Maite Billerbeck in: Podcast.de Juni 2026
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite
Billerbeck „Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen.“ (Maite
Billerbeck) Das US-Nationalarchiv hat Millionen von
Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei
zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus
diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren
Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers
Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur?
Das Lügen hat ein Ende
Mehr als zehn Millionen Menschen waren einst in der Hitler-Partei, die meisten verschwiegen es ihr Leben lang. Jetzt ist die Mitgliederkartei online, und mit ein paar Klicks sind Opa oder Oma entlarvt. Was macht das neue Wissen mit dem Land?
PAKH-Co-Sprecherin Alexandra Senfft, PAKH-Mitglieder Andreas Bönte, Andrea Budde und der Kinofilm „Das Ungesagte“ von PAKH-Mitglied Lothar Herzog in: der Spiegel, Nr. 12. 15. Mai 2026
»Viele auch der Urenkel merken, dass in ihrer familiären Biografie etwas nicht stimmt«, sagt Alexandra Senfft vom Arbeitskreis fürIntergenerationelle Folgen des Holocaust, einem Dialogverein für Nachkommen von NS-Tätern und Opfern. »Sie suchen Aufklärung.« Der Arbeitskreis zähle inzwischen mehr als 200 Mitglieder. Häufiger Grund für die Kontaktaufnahme: Sie seien »über die politischen Verhältnisse sehr beunruhigt«.
Folgen der NS-Zeit
Die Last des Schweigens
1933-1945: Die NS-Zeit war recht kurz, doch die Traumata, Schuld und Schweigen prägen Generationen. Immer mehr Nachkommen recherchieren: Auf welcher Seite standen die Vorfahren? Studien zeigen, wie groß die Lücke zwischen Erinnerung und Realität ist.
PAKH-Sprecher:innen Alexandra Senfft und Peter Pogany-Wnendt sowie viele weitere PAKH-Mitglieder im Podcast der Langen Nacht von Deutschlandfunk.
Ein Radiofeature von Burkhard Reinartz | 09. Mai 2026
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Ouverture des archives du parti nazi : les Allemands affrontent leur passé
PAKH-Mitglied Astrid Geiermann in • FRANCE 24, 8. Mai 2026
Alors que l’Europe commémore la victoire des Alliés sur les nazis le 8 mai, nombreux sont ceux qui découvrent des secrets de famille longtemps enfouis en Allemagne. Les fiches des membres du parti nazi sont désormais accessibles en ligne. De nombreux Allemands découvrent ainsi des secrets de famille bien gardés.
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Im Großen ist die Erinnerungskultur gelungen. Jetzt kann sie auch im Privaten funktionieren
von Susanne Beyer, Spiegel 7. Mai 2026
„[…] Doch man kann lernen, diese Gefühlserbschaften zu erkennen und damit umzugehen. Zum Beispiel in Gesprächsseminaren für Nachkommen, die etwa die KZ-Gedenkstätte Neuengamme anbietet. Es gibt auch den Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust (PAKH), der Nachkommen der NS-Generation – Opfer, Täter, Mitläufer – ins Gespräch bringt. „
>> zum Beitrag in der Spiegel, 7. Mai 2026
„Plötzlich war ich Mitglied einer Täterfamilie!“
War Opa ein Nazi? Diese Frage haben sich sicher viele gestellt, die jetzt die endlich online gestellte NSDAP-Mitgliedskartei durchsucht haben. Woher das immense Interesse über 80 Jahre nach Kriegsende? Oder können erst die Enkel das familiäre Schweigekartell durchbrechen? Darüber diskutieren Alexandra Senfft, Buchautorin und Enkelin des NS-Kriegsverbrechers Hanns Ludin, und der TV Moderator Andreas Bönte, Enkel eines Täters bei den November-Pogromen, zusammen mit Andrea Mühlberger.
Autorin: Andrea Mühlberger
PAKH-Vorständin und Co-Sprecherin in: Kulturleben, BR2, 30. April 2026
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Über Israel und Palästina sprechen
Über Schuld, Scham und Verantwortung in deutschen Täterfamilien
PAKH-Vorständin Alexandra Senfft sprach mit Shai Hoffman von „Über Israel und Palästina sprechen“
Podcast Über Israel und Palästina sprechen: „In dieser Folge spreche ich mit Alexandra Senfft über Schuld, Scham, Verantwortung – und darüber, warum das Schweigen oft lauter wirkt als jedes Wort… Wir reden über Abwehrmechanismen wie Verdrängung, Relativierung und Schuldumkehr. Über den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung. Und über die Frage, was passiert, wenn Tätergeschichten nicht aufgearbeitet werden – weder im Privaten noch gesellschaftlich. Ein weiterer Fokus liegt auf Dialogarbeit und biografischem Erzählen: Was braucht es, damit solche Räume nicht nur symbolisch bleiben, sondern tatsächlich transformativ wirken? Welche Rolle spielen Initiativen wie der Parents Circle, in denen Menschen trotz Gewalt und Verlust bewusst auf Entmenschlichung verzichten?
Diese Folge ist eine Einladung, Widersprüche auszuhalten, Ambivalenzen zuzulassen und Verantwortung nicht als moralische Pose, sondern als Voraussetzung für Empathie und Konfliktfähigkeit zu begreifen.
Gästin: Alexandra Senfft
Host: Shai Hoffmann
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Peter Pogany-Wnendt, Beata Hammerich et al.: Das transgenerationelle Erbe von Schuld und Scham
Rezensiert von PAKH-Mitglied Prof. Dr. Angela Moré, 10.09.2025
Peter Pogany-Wnendt, Beata Hammerich, Elke Horn, Johannes Pfäfflin, Erda Siebert: Das transgenerationelle Erbe von Schuld und Scham. Von traumatischer Erstarrung zum empathischen Dialog. Psychosozial-Verlag GmbH & Co. KG (Gießen) 2024
Seit mehreren Jahrzehnten befassen sich insbesondere Psychoanalytiker:innen, aber auch Psychotherapeut:innen und (Sozial)Pädagog:innen mit dem Phänomen der unbewussten Weitergabe von Traumata und Schuld an nachkommende Generationen (vgl. „Transgenerationale Weitergabe“ in socialnet-Lexikon). Die Autor:innen dieses Bandes behandeln die Folgen der transgenerationalen Weitergabe nicht (nur) theoretisch, sondern insbesondere in ihren eigenen Biographien und in der Begegnung mit Nachkommen der jeweils „anderen Seite“. Denn sie sind selbst Kinder von Überlebenden der Shoah oder aber aus Täterfamilien, aber alle auch Psychoanalytiker:innen, für die das Erkennen eigener unbewusster Vorstellungen und Gefühle Grundlage ihres Selbstverständnisses und ihrer Professionalität ist. In ihren Begegnungen und Dialogen wurde ihnen deutlich, wie sehr unbewusst aufgenommene Ängste, Ideale und traumatische Bilder der Eltern- und Großelterngeneration in ihnen wirksam sind und die für sie so wesentliche Fähigkeit zu Empathie einschränken können. In einem langjährigen Prozess der gemeinsamen Auseinandersetzung wie auch Selbstreflexion gelingt es den beteiligten dieser Gruppe, diese blinden Flecken in ihren Gefühlserbschaften aufzuspüren und durchzuarbeiten.
socialnet, 10. September 2025
