Tagung: Brisante Gefühlserbschaften. Über das Gelingen und Scheitern von Dialogen vom 6. bis 8. September 2024 in Hofgeismar bei Kassel

Hiermit laden wir ein zu unserer lang geplanten Tagung Brisante Gefühlserbschaften.
Über das Gelingen und Scheitern von Dialogen
vom 6. bis 8. September 2024 in Hofgeismar bei Kassel.
Da die Teilnehmer:innenzahl begrenzt ist, empfehlen wir, sich bei Interesse möglichst bald  anzumelden; Dazu bitte dieses >> Anmeldeformular mit Angabe der gewünschten Kleingruppe verwenden und senden an
E-Mail: veranstaltungen@pakh.de
Die Anmeldung wird erst bei Zahlungseingang der Tagungsgebühr gültig.

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Das transgenerationelle Erbe von Schuld und Scham

Von traumatischer Erstarrung zum empathischen Dialog
von den PAKH-Mitgliedern
Peter Pogany-Wnendt, Beata Hammerich, Elke Horn, Johannes Pfäfflin & Erda Siebert

Trotz der Komplexität und Schwere transgenerationeller Traumata nach Genozid und Massengewalt gibt es Wege, darüber in Austausch zu treten. Für den schwierigen und schmerzhaften Prozess bedarf es eines langjährigen und empathischen Dialogs mit der Gegenseite des posttraumatischen Erbes. Dabei greifen die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und individuelle Selbstreflexion einerseits und die parallelen Auseinandersetzungen in der Gruppe andererseits fruchtbar ineinander.
Durch autobiografische Erzählungen, psychoanalytische Interpretation und Konzepte der Gruppenanalyse vermitteln die Autor*innen ein tiefgreifendes Verständnis für die Komplexität des Anliegens. Betroffene transgenerationeller Massengewalterfahrungen wie dem Holocaust und Krieg können aus diesen Ausführungen Mut schöpfen, sich dieser Aufgabe zu stellen.

erscheint am 1. Oktober 2024
im Psychosozial-Verlag

Buchreihe: Forum Psychosozial
ca. 260 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
ISBN-13: 978-3-8379-3382-6
Bestell-Nr.: 3382

Zerrbilder

ZerrbilderVerlust, Verleugnung, Verschweigen
Reflexionen über die Mechanismen familiärer Erinnerungen – ein Prozess

Alexandra Senfft, 2. PAKH-Vorsitzende in:
Gross, Ulrich, Schuck (Hg.) Zerrbilder. Zum Wirken und Fortwirken nationalsozialistischer Mentalität
Ch. Links, Aufbau Verlage, Berlin
Mai 2024

Eine Festschrift für Werner Konitzer

Der Nationalsozialismus produzierte Zerrbilder, die bis heute nachwirken. Die historische Auseinandersetzung mit ihnen ist keineswegs abgeschlossen, wie die Beiträge dieses Bandes zu Ehren des Philosophen Werner Konitzer eindrucksvoll belegen. Die Autorinnen und Autoren folgen ihm, der sich um die Erforschung der nationalsozialistischen Morallehren und Sittlichkeitsvorstellungen verdient gemacht hat, in dem Versuch, die Untiefen der NS-Geschichte auszuloten und deren Folgen zu begreifen.

Mit Beiträgen von Johanna Bach, Fritz Backhaus, Jonas Balzer, Philipp Batthyány, Martin Bauer, Andrea Büttner, Emmanuel Faye, Lena Foljanty, Raphael Gross, Wolfgang Kraushaar, Kathrin Meß, David Palme, Herlinde Pauer-Studer, Monika Schmidt, Dirk Schuck, Alexandra Senfft, Bernd Ulrich, Michael Wildt und Rolf Zimmermann

https://www.aufbau-verlage.de/ch-links-verlag/zerrbilder/978-3-96289-211-1

Essay von PAKH-Mitglied Prof. Dr. Jochen Bonz

„The years after 1933 constituted a period of learning how to sort and divide.“ Ein Versuch über nationalsozialistische Täterschaft

Jochen Bonz
„The years after 1933 constituted a period of learning how to sort and divide.“ – Ein Versuch über nationalsozialistische Täterschaft, in: 
Anna Jank-Humann, Reinhold Popp (Hrsg.)
Kultur, Psyche und Desaster
Beiträge aus Europäischer Ethnologie, Psychotherapiewissenschaft, Katastrophenforschung
und Frisistik, Festschrift für Bernd Rieken
Waxmann Verlag, Band 42, Münster 2024, 604 Seiten
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PAKH-Mitglied Oliver Sears in The Irish Times

I think of the hostages and their tortured families and weep for the broken generations in Gaza. Whatever injustice, historic and current, that successive Israeli governments have served to the Palestinians, there is no resonance with the Holocaust

The Irish Times, 6. Mai 2024

I was invited to join PAKH, the study group for intergenerational consequences of the Holocaust, last September. Comprising the descendants of victims and perpetrators, we meet to discuss our impossibly complex family stories.

Recently, online, we listened to Israeli Rami Elhanan and Palestinian Bassam Aramin explain how they work together to promote peace. The subjects of Colum McCann’s 2020 novel, Apeirogon, these heroic men each lost a daughter in the decades-long conflict. Their determination to focus on the importance of respecting the rights of the individual, their lack of self pity and how they have come to rely on each other, emotionally, is humbling to observe.

Both men possess the insight of inherited trauma, along with their own piercing personal loss. Bassam’s stems from the displacement of his people, Rami’s mother was, as he says laconically, a graduate of Auschwitz. They both agree that the absence of Palestinian self-determination was the reason they lost their children and that Israeli society entire needs a total reset. It’s clear to them that both Hamas in Gaza and the settlers who have taken over the Israeli cabinet are a disaster for both peoples…

These two remarkably dignified, emotionally literate men are the embodiment of Viktor Frankl’s maxim that to understand your own pain you must first help someone else understand theirs; and that when pain has meaning, it is no longer pain. Bassam says they are not friends but are brothers. They show us what is required to break the cycle of hatred. Rami was clear that it’s not necessary for Palestinians and Israelis to love each other but respect is the key.

As I think of the hostages and their tortured families and weep for the broken generations in Gaza, I accept with an open heart that, among my fellow PAKH members, I have come to love and embrace children and grandchildren of monsters. And this, in the Ashkenazi tradition of trying to repair the world, headache by headache. On Yom HaShoah, I sense this is the furthest point from despair that a heart like mine can travel within the boundaries of this difficult inheritance.

Oliver Sears is founder of Holocaust Awareness Ireland


Eine Geschichte der Selbstermächtigung

Romeo Franz’ Familie hat Verfolgung, Vertreibung und Mord erlebt — steht aber auch für Widerstand und das Überleben. Wie aus dieser Geschichte ein Buch wurde, erzählt Co-Autorin Alexandra Senfft

taz, 8.4. 2024 

taz: Frau Senfft, Sie haben selbst aus der Perspektive der NS-Täter geschrieben – wegen Ihrer eigenen Familiengeschichte. Wie vertraut war Ihnen die Perspektive der Opfer?

Alexandra Senfft: Ich habe mich in den vergangenen Jahrzehnten schon sehr intensiv mit den jüdischen Perspektiven beschäftigt. Durch den Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust, in dem ich als Vorstand wirke, bin ich im Austausch mit den Nachkommen der Täter und Täterinnen, der Mitläufer und Mitläuferinnen – und den Nachkommen der Verfolgten, Opfer und Überlebenden.

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Gefühlserbschaften und Umgang mit Trauma – Gespräch mit Dr. Peter Pogany-Wnendt

Welche Auswirkungen hatte das Schweigen auf die Nachkomm:innen? Wie wird das Erlebte transgenerationell weitergegeben? Wie stellt man die Gefühlserbschaften fest? Wie geht man mit ihnen um?

Sonntag 28. April 2024, Mannheim, 12:00 bis 16:00 Uhr
Mannheimer Abendakademie und Volkshochschule GmbH

Im Rahmen der Reihe Workshops und Filmdiskussion für Nachkomm:innen von NS-Verfolgten. Welche Stimme haben wir? Familiengeschichte – Erzählen, Verstehen, Weitergeben  des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.

Die barbarische Verfolgung von sogenannten „lebensunwerten“ Menschen durch die Nazis – Juden, Slawen, Homosexuelle, Sinti und Roma, „Asoziale“ und andere – war eine schwer traumatisierende Erfahrung für die Verfolgten. Nach dem Ende des Terrors waren die meisten kaum in der Lage, das Erlebte seelisch angemessen zu verarbeiten. Viele schwiegen über die erlittenen Qualen. Angst vor der Verfolgung, Schmerz und Trauer über das erlittene Leid und über die Verluste, aber auch Hass und Ressentiments gegenüber den unbarmherzigen Täter:innen wurden als Gefühlserbschaften unbewusst an die Nachkomm:innen weitergegeben – meist mit nachteiligen Folgen für das Seelenleben der Kinder und Kindeskinder.
Das Hauptziel dieses Workshops ist es, den Teilnehmenden ein Bewusstsein für die Problematik der Gefühlserbschaften zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie sie damit umgehen können.

Referent: Peter Pogany-Wnendt ist Arzt und Psychotherapeut in Köln und 1. Vorsitzender des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocausts, ehem. PAKH. In seiner Arbeit beschäftigt er sich seit Jahren mit intergenerationellen Folgen des Holocausts und Gefühlserbschaften.

Transgenerationale Folgen von Nationalsozialismus, Holocaust und Krieg – Dialogische Auseinandersetzung | PAKH mit KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

Freitag, den 12. April 2024 um 19 Uhr
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
Feurigstr. 68
10827 Berlin-Schöneberg

Mit dem Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) und der breiten Genese von Theorien der Ungleichwertigkeit in den letzten Jahren, wird in Deutschland vermehrt diskutiert, welchen Anteil das Erbe des Nationalsozialismus am gegenwärtigen Rechtsruck hat. Während die unmittelbaren Folgen des Nationalsozialismus – körperliche Versehrtheit und psychisches Leid der ehemals Verfolgten, Zerstörungen oder personelle Kontinuitäten – mit der Zeit an Wirkkraft verloren, sterben Ideologien, Denk- und Gefühlsmuster nicht einfach ab, sondern werden teils an die nächsten Generationen weitergegeben. Auch unter den Nachkommen der Nicht-Verfolgten und Täter:innen existiert diese Weitergabe, wenngleich diese sich in vielerlei Hinsicht anders darstellt. In der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus, am 31. Januar 2024, standen erstmal die generationsübergreifenden Auswirkungen des Holocaust im Mittelpunkt des Interesses. Doch ist das Schweigen in der Familie wirklich ein »warmer, kuscheliger Mantel«, wie Marcel Reif es als Sohn eines Überlebenden der Shoah beschrieb?

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