Angela Moré: Zum psychoanalytischen Verständnis transgenerationaler Übertragungen

Erschienen in:
Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy, 169:2018(8), 232-240

This article first describes the background that led to comprehensive knowledge and systematic exploration of transgenerational transmission, in particular in the fields of psychoanalytic practice and theory formation. At the same time as knowledge was gained from the therapeutic work ­conducted with descendants of Shoah survivors, our understanding about the transgenerational transmission of attachment patterns improved within attachment theory.

This article also discusses different theoretical concepts of traumas that partially emerged from psychoanalytic work with descendants of Shoah survivors, and then focuses on the specific mechanisms and content of the trauma transmission and its consequences. Psychic processes such as scenic transmission, re-enactive transfer and projective identification will be discussed, and then specific aspects of relationships in perpetrators’ families and their transgenerational entanglements will be considered. In conclusion, the generalisability of these findings will be discussed.

Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
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HörStoff: Schuldgefühle ohne Schuld

Wie Kriegsenkel die Traumata des Holocaust verarbeiten

Das Kriegserbe kann man oft an einem schmerzhaften Grundgefühl der Unstimmigkeit im Leben erkennen. Auch heute noch kennen es viele Menschen. Altersunabhängig. Geben es an die nächste Generation weiter. Zu hören am Samstag, 10. November, 9.05 Uhr, auf SR 2 KulturRadio.

Menschen. Altersunabhängig. Geben es an die nächste Generation weiter. Aber diese Kette lässt sich unterbrechen. Von Menschen, die den Mut haben, die Geheimnisse ihrer Familiengeschichte zu lüften, offen zu reden. Sie tun nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch ihren Kindern. Und der sich derzeit radikal verändernden Gesellschaft. Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust bietet Hilfe an.

Am Samstag, 10. November 2018, 9.05 Uhr, auf SR 2 KulturRadio.
Von Ursula Reinsch

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Hans Jürgen Paas: Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst

Die Verstrickung von Unterstaatssekretär Martin F. J. Luther in den Holocaust

»Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst« sagte Martin F. J. Luther im Mai 1945 zu seinem Sohn. Er war Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt unter Ribbentrop und Teilnehmer der Wannseekonferenz. Diese Geschichte brachte Hans Jürgen Paas, den Ehemann von Luthers Enkelin, dazu, dessen Lebenslauf und seine Verstrickung in den Holocaust intensiv zu erforschen. 

Was hat ein Mensch in dieser Position wirklich gewusst? Was musste er als Teilnehmer dieser Konferenz zwangsläufig wissen, einer Besprechung, auf der ausführlich beratschlagt und maßgeblich mit darüber entschieden wurde, wo wie viele Juden vernichtet werden sollten? Allein Luthers berufliche Funktion, spätestens aber seine Konferenzteilnahme strafen seine Aussage Lügen!

Das vorliegende Buch ist nicht nur eine detaillierte Aufzeichnung von Luthers Lebensweg und Beschreibung seiner Persönlichkeitsstruktur, sondern auch eine generelle Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Hans-Jürgen Paas ist Mitglied des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.).

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt, 
ISBN 978-3-7528-2987-7

 

Angela Moré: Schweigen und Verschweigen. Kommunikationstabus und ihre Folgen im intergenerativen Dialog

Erschienen in: Stephan Alder und Klemens Färber: „Das Geheimnis in der Psychotherapie“

Dieser Text setzt sich mit den bewussten und unbewussten Motiven des Schweigens und Verschweigens bei Opfern und Tätern des Holocaust auseinander sowie den Folgen offizieller Unterdrückung von Wissen und (Er-)Kenntnissen – hier am Beispiel des Umgangs der modernen Türkei mit dem Völkermord an den Armenier/innen während des Ersten Weltkriegs. Der Text ist somit zugleich ein Beitrag zur vergleichenden Genozidforschung.

Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
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Nachlass – Film von Christoph Hübner & Gabriele Voss

Drei Jahre, von 2015 bis 2017 arbeiteten Christoph Hübner und Gabriele Voss an dem Projekt NACHLASS, das sich mit den inneren und äußeren Hinterlassenschaften der Nazizeit beschäftigt. Daraus entstand der abendfüllende Kinodokumentarfilm NACHLASS. Im Zentrum des Films stehen Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren sind, Kinder und Enkel der Täter- und Opfergeneration. Sie alle sind mit dem Erbe der Nazizeit befasst, beruflich oder durch die Geschichte der eigenen Familie. Wie gehen sie und wie geht eine Gesellschaft mit den dunklen Teilen ihrer Geschichte um.
MitBarbara Brix, Ulrich Gantz, Jürgen Grislawski. Adi Kantor, Peter Pogany-Wnendt (PAKH), Erda Siebert (PAKH), Florian Siebert und Ivan Ivanji (Zeitzeuge)

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