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Pumla Gobodo-Madikizela (edit.): History, Trauma and Shame

Engaging the Past through Second Generation Dialogue

History, Trauma and Shame provides an in-depth examination of the sustained dialogue about the past between children of Holocaust survivors and descendants of families whose parents were either directly or indirectly involved in Nazi crimes. Taking an autobiographical narrative perspective, the chapters in the book explore the intersection of history, trauma and shame, and how change and transformation unfolds over time. The analyses of the encounters described in the book provides a close examination of the process of dialogue among members of The Study Group on Intergenerational Consequences of the Holocaust (PAKH), exploring how Holocaust trauma lives in the ‘everyday’ lives of descendants of survivors. It goes to the heart of the issues at the forefront of contemporary transnational debates about building relationships of trust and reconciliation in societies with a history of genocide and mass political violence. This book will be great interest for academics, researchers and postgraduate students engaged in the study of social psychology, Holocaust or genocide studies, cultural studies, reconciliation studies, historical trauma and peacebuilding. It will also appeal to clinical psychologists, psychiatrists and psychoanalysts, as well as upper-level undergraduate students interested in the above areas.

With contributions by PAKH members Beata Hammerich, Erda Siebert, Peter Pogany-Wnendt, Johannes Pfäfflin and Elke Horn

Pumla Gobodo-Madikizela is Professor and holds the South African National Research Foundation Research Chair in Violent Histories and Transgenerational Trauma  in the Faculty of Arts and Social Sciences at Stellenbosch University, South Africa. She is the author of the award-winning A Human Being Died that Night: A South African Story of Forgiveness.

Routledge

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Peter Pogany-Wnendt: Der Wert der Menschlichkeit

Psychologische Perspektiven für eine Humanisierung der Gesellschaft 

Was geschieht, wenn Liebe und Menschlichkeit verloren gehen? Wie hängen Menschlichkeit und Täterschaft zusammen? 

Peter Pogany-Wnendt entwickelt das Konzept einer Psychologie der Menschlichkeit, das auf Liebe als Antriebskraft menschlichen Strebens beruht. Anhand des Milgram-Experiments und des Holocausts zeigt er, wie Feindseligkeit und menschliche Destruktivität entstehen und dass der Verlust von Liebe und Menschlichkeit Individuen zu TäterInnen macht. Pogany-Wnendt hebt die zentrale Bedeutung der Liebe und den Wert der Menschlichkeit für das Überleben der Menschen hervor, denn nur durch sie ist die Bildung und Bewahrung einer humanen Gesellschaft möglich. 

Peter Pogany-Wnendt, Dr. med., ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie in eigener Praxis in Köln. Er ist erster Vorsitzender des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.).
Psychosozialverlag

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Über PAKH

Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust besteht aus Nachkommen der NS-Verfolgten und Überlebenden sowie den Nachkommen der NS-Täter und Bystander. Wir wirken dem individuellen und dem kollektiven Vergessen der Verfolgung im Nationalsozialismus durch persönliche Auseinandersetzung und öffentliche Aufklärung entgegen. In Arbeitsgruppen fördern wir den Austausch zwischen den Nachkommen von Überlebenden und denen von Tätern/Mittätern — und durch Veranstaltungen den gesellschaftlichen Dialog. Das Erkennen und Mitteilen der eigenen Familiengeschichte ist ein wesentliches Mittel, um traumatische und schuldbeladene Erfahrungen wie Krieg und Holocaust, auch in der zweiten und in den nachfolgenden Generationen, zu bearbeiten. Wir bieten unseren Mitgliedern den geschützten Raum, um eine persönliche Sprache für ihr Erleben und den Zugang zu ihrer individuellen und kollektiven Geschichte (wieder-) zu finden. Unser Ansatz ist psychologisch, wissenschaftlich und politisch. Bei unserem Blick in die Vergangenheit geht es uns insbesondere um die bessere Bewältigung der Gegenwart und um Modelle für die Zukunft. Wir engagieren uns gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, vor allem aber für unsere Demokratie und für ein menschliches Miteinander.

Aus dem Schatten der Vergangenheit

Die verhängnisvollen Folgen von Genozid und politischer Gewalt sind heute weltweit ein zentrales, sehr bedrückendes Thema. Die jüngere deutsche Vergangenheit ist geprägt vom Zivilisationsbruch durch den Holocaust und den Folgen von Krieg und Vertreibung, deren nachhaltige Auswirkungen auf die folgenden Generationen tiefe Wirkungen entfalten.
Als Nachkommen von Überlebenden und Tätern sowie Mittätern und Mitläufern sind wir immer wieder mit den unbewältigten Erfahrungen der Eltern- und Großelterngeneration konfrontiert. Ihre Sprachlosigkeit angesichts solcher traumatischen Erlebnisse und das Verschweigen aus uneingestandener Schuld und/oder Scham belasten die nächsten Generationen und können sie in schwere innere Konflikte stürzen. Ein respektvoller Umgang miteinander wird dadurch erheblich erschwert und kann sogar ernsthaft gefährdet werden.
Um dies zu ermöglichen, möchten wir einen persönlichen und öffentlichen Raum bieten, in dem interessierte Menschen eine Sprache für ihr Erleben und den Zugang zu ihrer individuellen und kollektiven Geschichte (wieder-) finden können. Dieser kann ein Vertrauen schaffen, in dem sich Dialog und Auseinandersetzung entfalten und neue Entwicklungen möglich werden können.


Ziele und Aufgaben des Vereins

Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust – ehem. PAKH e.V. wurde 1995 von jüdischen und nicht-jüdischen deutschen Mitgliedern, in der Mehrzahl Psychotherapeuten, gegründet. Er wendet sich an alle Menschen, die sich für ein Verständnis der Konflikte im Zusammenhang mit politisch und individuell motivierter Gewalt engagieren möchten. Erklärtes Ziel des Vereins ist es, durch persönliche Auseinandersetzung und öffentliche Aufklärung sowohl dem individuellen als auch dem  kollektiven Vergessen der Verfolgung im Nationalsozialismus entgegen zu wirken. Er versteht sich darüber hinaus – auf der Grundlage interdisziplinärer Forschung, insbesondere psychoanalytischer Erkenntnisse – als Initiative gegen das Wiederaufleben von Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Seit einigen Jahren hat sich der Verein aufgrund seiner internationalen Erfahrungen über Deutschland hinaus in die Gruppe der Konflikt- und Friedensforschungs-Initiativen eingereiht und sucht den Dialog und konzeptionellen Austausch mit vergleichbaren Projektgruppen.

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Das Böse in der Geschichte

Die Vereinigten Staaten von Amerika, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik und der Umgang mit Krieg, Besatzung, Aufarbeitung der Verbrechen – Vergleiche lassen sich als Quellenarbeit, Personengeschichte, Strukturanalysen oder mit Hilfe einer oral history ziehen. Die Philosophin Susan Neiman hat in ihrem Buch „Von den Deutschen lernen“ alles mit einbezogen, und Jan Plamper ist davon angetan. Susan Neiman: „Von den Deutschen lernen“, Jan Plamper, in:
>> Faust-Kultur

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Angela Moré: Zum psychoanalytischen Verständnis transgenerationaler Übertragungen

Erschienen in: Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy, 169:2018(8), 232-240

This article first describes the background that led to comprehensive knowledge and systematic exploration of transgenerational transmission, in particular in the fields of psychoanalytic practice and theory formation. At the same time as knowledge was gained from the therapeutic work ­conducted with descendants of Shoah survivors, our understanding about the transgenerational transmission of attachment patterns improved within attachment theory. This article also discusses different theoretical concepts of traumas that partially emerged from psychoanalytic work with descendants of Shoah survivors, and then focuses on the specific mechanisms and content of the trauma transmission and its consequences. Psychic processes such as scenic transmission, re-enactive transfer and projective identification will be discussed, and then specific aspects of relationships in perpetrators’ families and their transgenerational entanglements will be considered. In conclusion, the generalisability of these findings will be discussed.
Angela
Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy

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Hans Jürgen Paas: Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst

Die Verstrickung von Unterstaatssekretär Martin F. J. Luther in den Holocaust

»Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst« sagte Martin F. J. Luther im Mai 1945 zu seinem Sohn. Er war Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt unter Ribbentrop und Teilnehmer der Wannseekonferenz. Diese Geschichte brachte Hans Jürgen Paas, den Ehemann von Luthers Enkelin, dazu, dessen Lebenslauf und seine Verstrickung in den Holocaust intensiv zu erforschen. Was hat ein Mensch in dieser Position wirklich gewusst? Was musste er als Teilnehmer dieser Konferenz zwangsläufig wissen, einer Besprechung, auf der ausführlich beratschlagt und maßgeblich mit darüber entschieden wurde, wo wie viele Juden vernichtet werden sollten? Allein Luthers berufliche Funktion, spätestens aber seine Konferenzteilnahme strafen seine Aussage Lügen!

Das vorliegende Buch ist nicht nur eine detaillierte Aufzeichnung von Luthers Lebensweg und Beschreibung seiner Persönlichkeitsstruktur, sondern auch eine generelle Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Hans-Jürgen Paas ist Mitglied des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.).

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt, 
ISBN 978-3-7528-2987-7