„Aga“ – das neue Buch von PAKH-Mitglied Agnieszka Lessmann ist erschienen

 

Agnieszka Lessmann: „Aga“. Roman, 
Gans Verlag, Berlin.
ISBN 978-3-946392-60-6

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agnieszkalessmann.de

Zwei Mal schon hat sie mit ihren Eltern die Kontinente gewechselt und den Namen gleich dazu. Nun zieht Aga ins „Land der Mörder“, so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der jüdischen Gemeinde, macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei.Agnieszka Lessmanns autobiografisch gefärbter Roman erzählt subtil, wie das Schweigen der Überlebenden den Nachkommen zur Last wird – und wie ihre heranwachsende Hauptfigur in gewitzter Selbstbehauptung die Hoffnung auf Heilung  nie aufgibt.

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„Present Past“ – das neue Buch von PAKH-Mitglied Dr. Johannes Spohr

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen

 

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen
Johannes Spohr (Hrsg.), unter Mitarbeit von Claudia Krieg

Zehn Geschichten, zehn Wege: Nachfahren berichten, wie sie zum Nationalsozialismus in der eigenen Familie recherchiert haben, was sie herausgefunden haben und wie sie mit den Erkenntnissen umgehen. Sie geben damit Einblick in persönliche Erinnerungspraktiken einer wachsenden Minderheit in der deutschen Gesellschaft. Ergänzt werden die Erfahrungsberichte durch Beiträge, die gesellschaftliche Entwicklungen zum Thema sowie Neuerungen in den Archiven darstellen. Ein Ermutigungsbuch für alle, die sich auf die Suche begeben wollen.

Gemeinsames Gedenken an Sinti und Roma

Biografischer Austausch im RomnoKher (Haus der Kultur) im Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Am 27. Oktober trafen sich der PAKH-Vorstand und PAKH-Mitglieder mit Mitgliedern des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg in Mannheim zum biografischen Austausch im RomnoKher (Haus der Kultur). Die PAKH-Mitglieder bekamen von Daniel Strauß, dem Vorsitzenden des Landesverbands, eine Einführung in die Geschichte der Sinti und Roma und eine Führung durch die Ausstellung »Mari Parmissi«. Anschließend erzählten die Teilnehmenden sich ihre sehr unterschiedlichen Geschichten vor dem Hintergrund der NS-Zeit und machten einen Spaziergang zu einem Gedenkort für die Mannheimer Sinti, die von den Nationalsozialist:innen ermordet wurden. Es war ein bewegender und intensiver Tag, der den dringend notwendigen, gesellschaftlichen Austausch und auch den Dialog innerhalb des PAKH voranbrachte. 
Wir sind dem Team des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg sehr dankbar für diese einzigartige Gelegenheit.

Foto: Melody Klibisch, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Gedenken an Opfer von SS-Massaker

Schüler erinnern sich als „Zweitzeugen“

Unser PAKH-Mitglied Maite Billerbeck, Vorständin vom Verein zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., leitet das deutsch-italienische Schüleraustauschprojekt „Tikun Olam“

Wie kann das Erinnern an die NS-Zeit und den Holocaust fortgeführt werden, wenn Zeitzeugen nicht mehr davon berichten können? Im Rahmen des Projekts „Zweitzeugen“ erforschen junge Menschen nun ihre Familiengeschichten, tauschen sich aus und gedenken. So auch zwei Schülergruppen am Berliner Albert-Einstein-Gymnasium.
 
zum Beitrag von Andrea Everwien, rbb, 11. Oktober 2025

Re/Connecting emotions and impacts on teaching

An autoethnography of a missing national socialist family narrative
von PAKH-Mitglied Anne Wihstutz, in: Ethnography and Education, October, 7th, 2025

ABSTRACT
This paper elaborates on the particular relationship between emotion, memory and teaching in Higher Education in post-Nazi Germany. Emotions as social patterns connect the individual with the social. They play a crucial role in collective and individual memories. The author discloses in her autoethnography how she is reconnecting emotionally to a missing National Socialist family narrative, discussing the impacts of this reflective writing process on her teaching and memory work in early childhood teacher education. The autoethnographic approach provides insights into workings of emotional experiences which are otherwise difficult to grasp, like speechlessness. Challenges and opportunities of autoethnography are discussed regarding education’s aim to enable a transformation of self and world relations. The paper argues for the adoption of a global and comprehensive approach in memory work and education against moralising and formulaic, identity-related practices.

>> zum Beitrag hierEthnography and Education, October, 7th, 2025

Erklärung zum zweiten Jahrestag des Hamas-Massakers am 7. Oktober und zum Krieg

Heute jährt sich zum zweiten Mal das Massaker der Hamas an israelische Zivilistinnen und Zivilisten. Es ist ein Tag der Trauer, der uns zum Nachdenken über menschenverachtende Gewalt und deren Folgen anregen soll.

Wir waren erschüttert, als Hamas-Kämpfer am 7. Oktober 2023 1.200 Menschen töteten, ihre Opfer quälten und vergewaltigten. Es waren unschuldige Menschen, die ihr Leben sinnlos lassen mussten.

Es ist unerträglich, an die Geiseln zu denken, die immer noch in den Händen der Hamas sind. Es sind unschuldige Menschen, die Unvorstellbares erleiden müssen.

Es ist unerträglich, die Bilder der Zerstörung, der Toten und Verletzten, der verzweifelt leidenden Menschen in Gaza zu sehen. Es sind unschuldige Menschen, denen unvorstellbares Leid angetan wird.

Wir kritisieren die Polarisierung, die sich seit dem Hamas-Massaker und dem israelischen Krieg in Gaza auch hierzulande gefährlich verschärft hat. Anstatt für Verständigung und Frieden zu sorgen, schürt blinde Einseitigkeit den Konflikt und setzt ihn hier in stellvertretender Weise fort.  

Wir engagieren uns gegen Antisemitismus, antimuslimische Ressentiments und jegliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Als Verein, der sich gegen jede Form von Menschenverachtung und für den Dialog zwischen Menschen einsetzt, treten wir für eine Lösung des Konflikts ein. Wir hoffen auf einen Frieden im Nahen Osten, der eine Grundlage der gegenseitigen Akzeptanz und Achtung vor der Menschenwürde des anderen schafft. 

In diesem Sinne wünschen wir uns, dass dieser Tag heute uns zum Nachdenken über die Sinnlosigkeit und Unmenschlichkeit von Gewalt und zum Reflektieren über die Notwendigkeit konstruktiver Dialoge anregt. 

Der PAKH-Vorstand
7. Oktober 2025

„Ich war schockiert angesichts des Schweigens in Deutschland“

PAKH-Mitglied Agnieszka Lessmann, Tochter eines jüdischen Holocaust-Überlebenden
in: Kölner-Stadtanzeiger, 7.10.2025

„Wir müssen uns unsichtbar machen, schweigen, unsere Identität verleugnen.“ Dieser Gedanke treibe seit dem 7. Oktober 2023 viele Jüdinnen und Juden in Deutschland um, sagt  Agnieszka Lessmann, „und auch viele Palästinenser“. Palästinenser werden gleichgesetzt mit Terroristen und Antisemiten, Juden mit der Politik Israels  oder gleich mit dem Teufel. An Geschäften hängen wieder Schilder mit den Lettern „Kein Zutritt für Juden“, wie kürzlich in Flensburg, in Köln tritt die Synagogengemeinde aus einem interreligiösen Friedensgebet aus, weil sie sich vom Dialog nach israelfeindlichen Mails ausgegrenzt fühlt…

Als gemeinsamer Feind, beeilt sich die besonnene Schriftstellerin fast zu sagen, würden von der rechtsextremen Propaganda in ganz ähnlicher Weise Palästinenser und Muslime dargestellt: „Fanatiker, Terroristen, Messerstecher – mit diesen Diffamierungen wird Politik gemacht.“ Das sei besonders beängstigend in einer Zeit, in der „mit Lügen Wahlen gewonnen werden und jedes Bild, jeder Text, jedes Video im Internet gefälscht sein kann“…

Lessmann brach ihr Schweigen über wichtige Abschnitte ihrer Biografie im Januar 2024 in Köln. Ein feministisches Frauenbündnis hatte zu einer Demonstration gegen Antisemitismus – und speziell gegen die Verschwörungstheorie, dass die Hamas keine Frauen und Kinder vergewaltigt habe bei dem Massaker vom 7. Oktober – aufgerufen. Lessmann erzählte mitten in der Stadt ihre Geschichte. Vom Vater, der geschwiegen habe über die Konzentrationslager, was sie verstanden habe, und das Schweigen nach dem 7. Oktober, was sie nicht verstanden habe. Sie sprach auch darüber, wie sie selbst als vierjähriges Mädchen das „Gerücht über die Juden“ erlebt hatte und aus ihrer polnischen Heimat herausgerissen worden war…“

>> zum gesamten Beitrag im Kölner-Stadtanzeiger, 7.10.25


The Objects of Love

Die Ausstellung unseres PAKH-Mitglieds Oliver Sears nun auch in Lodz/Polen
Vernissage am 15. Oktober 2025

„The Objects of Love“ erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand einer kuratierten Sammlung wertvoller Familiengegenstände, Fotografien und Dokumente wird das Schicksal einzelner Menschen beschrieben, deren Leben im von den Nazis besetzten Polen und darüber hinaus auseinandergerissen wurde. Der in London geborene und in Dublin lebende Kunsthändler Oliver Sears lässt diese extreme Seite der europäischen Geschichte lebendig werden, in der seine Mutter Monika und seine Großmutter Kryszia die pulsierenden Herzen einer epischen und intimen Geschichte über Liebe, Verlust und Überleben sind. Die Ausstellung wird von einem wunderschön gestalteten illustrierten Begleitheft sowie einer Audioführung begleitet.

Rewriting Berlin People’s App

Unser Mitglied Dr. Iris Wachsmuth ist Mit-Initiatorin und -Entwicklerin der People’s App „Rewriting Berlin“

Die zweisprachige App (dt./engl) führt die Nutzer*innen zu besonderen Geschichten in Vergangenheit und Gegenwart der 800jährigen Berlin-Geschichte.  Die App beinhaltet diese neun Themen:

Revolutionäres BerlinJüdisches BerlinFrauen BerlinsQueeres BerlinPostkoloniales BerlinNationalsozialismus: Widerstand & ErinnerungDDR-OppositionMigrationen und Urbane Pioniere 

An diesen Orten haben Menschen ihre Stimme und ihre Möglichkeiten genutzt, um patriarchale, imperiale und autoritäre Machtverhältnisse zu bekämpfen oder zu unterlaufen und die jeweiligen Herrschaftssysteme herauszufordern und ihre Rechte einzufordern. Peoples`s Berlin beleuchtet die alternativen, subversiven oder auch ausgelöschten Geschichten – mit dem Fokus auf mutiges und verantwortungsvolles Handeln. Der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichem Engagement ist der rote Faden, der die Beiträge der People’s Berlin App zusammenfügt. Dieser digitale Zugang ermöglicht es diese Geschichten von jedem Ort der Welt mit Internetzugang zu erkunden – kostenlos und werbefrei.

>> zur Rewriting Berlin app

Trauma, Schuld, Scham und Verständigung

Aufarbeitung von Wehrmachtsverbrechen in der Bretagne

Nach 85 Jahren sprachen Nachkommen von Opfern und Tätern im Juli 2025 gemeinsam über Traumata, Schuld, Scham und Aussöhnung. Fast hundert Interessierte kamen in Bremen zu der gemeinsamen Veranstaltung der St. Rembertigemeinde, des Bremer Institut Français und des PAKH e. V. unter dem Titel: „Juni 1940 – Wehrmachtsverbrechen in der Bretagne“. Aus Frankreich waren Françoise und Yvonne Kérandel angereist,  Enkeltöchter von Jean-Marie Kérandel, einem damals 57-jährigen Bauern und Vater von acht Kindern, der im Juni 1940 von einer Wehrmachtseinheit ermordet worden war. Außerdem nahm der Lokalhistoriker Gildas Saouzanet teil. Saouzanet hat dieses Verbrechen, an dem der Vater von unserem PAKH-Mitglied Christoph Sodemann beteiligt war, detailliert recherchiert. Ein sehr bewegender Abend für alle Beteiligten. Ein ausführlicher Bericht findet sich in der Sommerausgabe der Bremer Kirchenzeitung.

Foto: Françoise Kérandel (v. l.), Lokalhistoriker Gildas Saouzanet, Yvonne Kérandel, Christoph Sodemann und Psychoanalytiker Peter Pogany-Wnendt in der St. Remberti-Gemeinde Bremen c/o Bremer Kirchenzeitung

Foto: PAKH-Vorstand Peter Pogany-Wnendt und PAKH-Mitglied Christoph Sodemann