Peter Pogany-Wnendt im Zeitzeugengespräch

Erinnerung an den Holocaust
„Der Toten wegen musste ich jüdisch sein“

Zeitzeugen im Gespräch, Deutschlandfunk
Sendung vom 28.01.2021

Damit der Holocaust nicht vergessen wird, empfiehlt der Psychotherapeut Peter Pogany-Wnendt sich mit der eigenen familiären Geschichte auseinanderzusetzen. Der Holocaust zeige, wie eine Welt ohne Menschlichkeit und Liebe aussehe – heute müssten deswegen die Kräfte der Menschlichkeit gestärkt werden.
Peter Pogany-Wnendt im Gespräch mit Melanie Longerich

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Über PAKH

Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust besteht aus Nachkommen der NS-Verfolgten und Überlebenden sowie den Nachkommen der NS-Täter und Bystander. Wir wirken dem individuellen und dem kollektiven Vergessen der Verfolgung im Nationalsozialismus durch persönliche Auseinandersetzung und öffentliche Aufklärung entgegen. In Arbeitsgruppen fördern wir den Austausch zwischen den Nachkommen von Überlebenden und denen von Tätern/Mittätern — und durch Veranstaltungen den gesellschaftlichen Dialog. Das Erkennen und Mitteilen der eigenen Familiengeschichte ist ein wesentliches Mittel, um traumatische und schuldbeladene Erfahrungen wie Krieg und Holocaust, auch in der zweiten und in den nachfolgenden Generationen, zu bearbeiten. Wir bieten unseren Mitgliedern den geschützten Raum, um eine persönliche Sprache für ihr Erleben und den Zugang zu ihrer individuellen und kollektiven Geschichte (wieder-) zu finden. Zur Umsetzung unserer Ziele bedienen wir uns der psychologisch-psychoanalytischen Denkweise, sowie wissenschaftlicher und politischer Methoden. Bei unserem Blick in die Vergangenheit geht es uns insbesondere um die bessere Bewältigung der Gegenwart und um Modelle für die Zukunft. Wir engagieren uns gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, vor allem aber für unsere Demokratie und für ein menschliches Miteinander.

Aus dem Schatten der Vergangenheit

Die verhängnisvollen Folgen von Genozid und politischer Gewalt sind heute weltweit ein zentrales, sehr bedrückendes Thema. Die jüngere deutsche Vergangenheit ist geprägt vom Zivilisationsbruch durch den Holocaust und den Folgen von Krieg und Vertreibung, deren nachhaltige Auswirkungen auf die folgenden Generationen tiefe Wirkungen entfalten.
Als Nachkommen von Überlebenden und Tätern sowie Mittätern und Mitläufern sind wir immer wieder mit den unbewältigten Erfahrungen der Eltern- und Großelterngeneration konfrontiert. Ihre Sprachlosigkeit angesichts solcher traumatischen Erlebnisse und das Verschweigen aus uneingestandener Schuld und/oder Scham belasten die nächsten Generationen und können sie in schwere innere Konflikte stürzen. Ein respektvoller Umgang miteinander wird dadurch erheblich erschwert und kann sogar ernsthaft gefährdet werden.
Um dies zu ermöglichen, möchten wir einen persönlichen und öffentlichen Raum bieten, in dem interessierte Menschen eine Sprache für ihr Erleben und den Zugang zu ihrer individuellen und kollektiven Geschichte (wieder-) finden können. Dieser kann ein Vertrauen schaffen, in dem sich Dialog und Auseinandersetzung entfalten und neue Entwicklungen möglich werden können.


Ziele und Aufgaben des Vereins

Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust – ehem. PAKH e.V. wurde 1995 von jüdischen und nicht-jüdischen deutschen Mitgliedern, in der Mehrzahl Psychotherapeuten, gegründet. Er wendet sich an alle Menschen, die sich für ein Verständnis der Konflikte im Zusammenhang mit politisch und individuell motivierter Gewalt engagieren möchten. Erklärtes Ziel des Vereins ist es, durch persönliche Auseinandersetzung und öffentliche Aufklärung sowohl dem individuellen als auch dem  kollektiven Vergessen der Verfolgung im Nationalsozialismus entgegen zu wirken. Er versteht sich darüber hinaus – auf der Grundlage interdisziplinärer Forschung, insbesondere psychoanalytischer Erkenntnisse – als Initiative gegen das Wiederaufleben von Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Seit einigen Jahren hat sich der Verein aufgrund seiner internationalen Erfahrungen über Deutschland hinaus in die Gruppe der Konflikt- und Friedensforschungs-Initiativen eingereiht und sucht den Dialog und konzeptionellen Austausch mit vergleichbaren Projektgruppen.

44. Samstagsgespräch mit Annette Simon – Wut schlägt Scham

Die Thematik des Vortrags von Anette Simon (Psychoanalytikerin, Autorin und Publizistin, Berlin) am Vorabend: „Wut schlägt Scham – Ostdeutsche Identitäten in der Gegenwart“ wird noch einmal vertieft, reflektiert und diskutiert. Ein weiterer Themenbereich: Traumatisierungen der Ostdeutschen.Vortrag von Annette Simon

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43. Samstagsgespräch – 25 Jahre PAKH – Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs

Ein Forum für Dialogarbeit zwischen den Nachkommen der
Überlebenden und der Täter/Mittäter

Die Gründungsidee des PAKH fokussierte in erster Linie die unter Einbeziehung der persönlichen Familiengeschichte selbstreflexiven und dialogischen Aspekte der Auseinandersetzung mit den transgenerationellen Folgen der Verfolgung im Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der Erkenntnisse dieser PAKH-internen Arbeit sollte in die Gesellschaft hineingewirkt werden. Dabei hatten die Gründungsmitglieder weniger das konkrete tagespolitische Handeln im Auge als vielmehr die allmähliche Überwindung des damals noch herrschenden Schweigens und der „Sprachlosigkeit“ durch öffentliche Aufklärung. Sie gingen von dem psychoanalytischen Grundgedanken aus, dass das Bewusstmachen und Durcharbeiten unbewusster unerledigter seelischer Inhalte und Konflikte – was sie damals in Bezug auf den Holocaust die „transgenerationelle Weitergabe“ nannten – sowohl für das Individuum wie auch für die Gesellschaft befreiende und heilsame Wirkung haben kann. So wollten sie mit den Mitteln der psychoanalytisch orientierten Aufklärungsarbeit dem Wiederaufleben von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken.

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Stellungnahme des PAKH zum Anschlag in Hanau am 19.02.2020

Wir trauern um die Opfer des menschenverachtenden Anschlags am 19. Februar in Hanau und fühlen mit den Angehörigen der Ermordeten und den Verletzten. Wir sagen NEIN zu Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Islamophobie und Antisemitismus und fühlen uns solidarisch mit allen Menschen, die dies mit uns teilen und sich den Werten der Offenheit, Toleranz und Humanität verpflichtet fühlen.

Stellungnahme des PAKH zum Anschlag auf die Synagoge in Halle am 09.10.2019

Wir verurteilen den antisemitischen Anschlag in Halle an der Saale am 9.10.2019, bei dem zwei Menschen erschossen wurden. Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff gegen Juden, sondern auch gegen die Menschlichkeit und damit gegen das Fundament, auf dem unsere Gemeinschaft ruht. Wir rufen alle Menschen auf, dem Antisemitismus und jeder Form von Diskriminierung eine klare Absage zu erteilen.

Der Vorstand

Wir über uns – 41. Samstagsgespräch in Köln

Unser Verein hat das stolze Alter von über 22 Jahren erreicht. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Alter der Zugehörigkeit der 65 Mitglieder. Neben den „ganz alten“ Gründungsmitgliedern und denjenigen, die kurz nach Vereinsgründung eingetreten sind, gibt es die, die im Laufe der Jahre hinzugekommen  sind, bis hin zu den vielen, die erst seit kurzem Mitglied sind. So stehen wir alle an unterschiedlichen  Punkten in der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Lebensgeschichte – ein ganz zentrales Anliegen unserer Arbeit: manche befassen sich seit vielen Jahren mit ihr, während andere noch eher am Anfang  der Auseinandersetzung stehen.

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Mitten in Deutschland – Die NSU-Filmtrilogie

Filmveranstaltung für PAKH-Mitglieder und Freunde

In einem Doku-Drama wird auf eindringliche Weise die Geschichte der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) aus drei verschiedenen Blickwinkeln gezeigt. Dadurch erhält man einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Opfer der NSU, der Hauptakteure des NSU und deren Motive, sowie die nie wirklich aufgeklärten Verflechtungen mit den Ermittlern.