Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag 

Mag es Aspekte in den einzelnen Reden geben, über die man sich kritisch auseinandersetzen kann oder sogar muss; dafür werden sich sicherlich geeignete Gelegenheiten finden. Für den Moment möchte ich jedoch den bewegenden Eindruck, der diese feierliche Gedenkveranstaltung in mir hinterlassen hat, als eine Kraft mitnehmen, die mich ermutigt, in unserem Arbeitskreis PAKH und anderswo weiter für ein menschliches Miteinander in unserer Gesellschaft zu ringen.

Das mörderische Wirken der Nationalsozialist:innen hat die Grundfesten des Menschseins beschädigt. Es zielte darauf, Menschlichkeit vollends zu zerstören. Daher war für mich immer das übergeordnete Ziel unserer Beschäftigung mit dem Erbe der Unmenschlichkeit, das die sogenannten „Herrenmenschen“ uns hinterlassen haben, die Wiederherstellung, die Bewahrung und die Stärkung der Menschlichkeit. Alle drei Redner:innen beendeten ihre Ansprachen mit einem Appell, sich auf den Wert der Menschlichkeit zu besinnen: Marcel Reif hinterließ den Satz seines Vaters „Sej a Mensch“ – „Sei ein Mensch“; Eva Szepesi beendete ihren Vortrag mit den Worten: „Ich wünsche mir mehr Menschlichkeit, Empathie und dass wir alle ohne Angst, in Sicherheit und Frieden leben“; und Bärbel Bas betonte am Schluss ihrer Rede: „Menschlichkeit muss immer unser Maßstab sein –gegenüber jedem einzelnen Menschen.“

Diesen hoffnungsvollen und ermutigenden Geist der Menschlichkeit, der von der Gedenkveranstaltung ausging, möchte ich mit diesen Zeilen vermitteln. Er ist der gute Geist, der auch unserer Dialogarbeit innewohnt. Wir nehmen schließlich die Mühen unseres Engagements auf uns, weil wir für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder eine menschlichere Welt schaffen möchten, in der nicht der Hass und bösartige Selbstbezogenheit die Überhand gewinnen, sondern die verbindende, auf Solidarität und gegenseitige Fürsorglichkeit ausgerichtete Kraft der Liebe. 

Peter Pogany-Wnendt
1. Vorsitzender
5. Februar 2024