The Third Reich in the Unconscious

From Trauma to transgenerational Transmission

Prof. Vamik D. Volkan
Vortrag im Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf

Vamik D. Volkan, Professor Emeritus of Psychiatry, University of Virginia, ist für seine klinischen Untersuchungen und für die Entwicklung neuer psychoanalytischer Techniken bei Behandlungen von Borderline- und narzißtischen Störungen bekannt. Seit vielen Jahren widmet er  seine psychoanalytische Erfahrung und Kompetenz neben seiner klinischen Arbeit der Untersuchung ethnischer und internationaler Beziehungen und Konflikte. Herr Volkan wurde in Nord-Zypern geboren und dort als Angehöriger einer türkischen Minderheit aufgewachsen. Er lebt jetzt in den USA.

Diese Biographie prägte ihn und sensibilisierte ihn von früh an für das komplizierte Zusammenleben in und zwischen ethnischen Gruppen.
Er ist Gründer und Direktor des Zentrums für die Erforschung menschlicher Verhaltensweisen und Kommunikationsstrukturen an Fakultät der Universität von Virginia in Charlottesville. Er berät das Generalsekreteriat der UN in politisch relevanten Fragestellungen mit dem Ziel, den Friedensprozeß in der Welt zu fördern. Er war im Rahmen des Friedensprozeßes im Nahen Osten beratend tätig; insbesondere beriet er die israelische Regierung sowie Jassir Arafat und die PLO. Desweiteren war Prof. Volkan engagiert im Friedensprozeß zwischen Rußland und den baltischen Staaten; dies auf Einladung von M. Gorbatschow. Er erforscht die psychologisch-politischen Umstände im ehemaligen Ostblock, speziell z.B. in Rumänien, Ungarn und der Slowakei und er berät verschiedene internationale Organisationen in der sog. „Dritten Welt“. Gleichzeitig ist Herr Prof. Volkan ständiger Berater des ehemaligen US-Präsidenten J. Carter, der ebenfalls als Friedensvermittler in viele weltpolitische Auseinandersetzungen berufen war und ist.

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Der jüdische Kindertransport nach England (1938)

Erfahrungen von Entwurzelung und Akkulturation, Auswirkungen auf Identitätsentwicklung und transgenerationelle Weitergabe

Ruth Barnett

Zwischen November 1938 und August 1939 wurden rund 10.000 Kinder ohne ihre Eltern nach England gebracht, um sie vor dem fast sicheren Tod zu bewahren. Wie haben sie dieses Trauma verarbeitet? Was war der Preis für das Überleben? Und welche Konsequenzen hatte es für die Kinder und Enkel?

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Memory, Narrative & Forgiveness

Reflecting on ten years of South Africa’s Truth and Reconciliation Commission

Im November 2006 fand an der Universität von Kapstadt anlässlich der 10 Jahre zurückliegenden Gründung der Wahrheits- und Versöhnungskommission eine Konferenz statt mit dem Titel:
Memory, Narrative & Forgiveness. Reflecting on ten years of South Africa’s Truth and Reconciliation Commission

PAKH wurde eingeladen seine Arbeit vorzustellen. Der Beitrag lautete:
“A Reflection on the Dialogue Process between second Generation Descendants of Perpetrators and of Holocaust Survivors in Germany.“
Beata Hammerich, Johannes Pfäfflin, Peter Pogany-Wnendt, Erda Siebert, Bernd Sonntag

Still in the 90s of the last century, neither the psychological problems concerning the transgenerational transmission of the Holocaust nor the conditions for a constructive dialogue between the children of both victims and perpetrators were, with few exceptions, investigated. Predominantly there was silence and speechlessness. This circumstance was the motive for a group of jewish and non-jewish german psychotherapists, as well as for members of other professions, to found an association in the year 1995, with the aim to work exactly at this problems, the Psychotherapeutischer Arbeitskreis für Betroffene des Holocaust. PAKH. (Psychotherapeutical Working Group for Persons Affected by the Holocaust)

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Stolpersteine – Steine des Anstoßes

Reflektionen zur deutschen Geschichte

Günter Demnig und Uta Franke

Günter Demnig wurde 1947 in Berlin geboren. Er studierte ab 1967 Kunstpädagogik und Kunst in Berlin und Kassel und war zwischen 1980 und 1985 künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Kunst der Uni Kassel. 1985 eröffnete er in Köln ein Atelier, wo er seitdem lebt und arbeitet. Seine erste öffentliche Kunstaktion war 1971, als er aus Protest gegen den Vietnamkrieg in Berlin-Kreuzberg eine amerikanische Flagge, auf der er die Sterne durch Totenköpfe ersetzte, ins Fenster hängte. 1990 zeichnete er in Köln mit einer Farbdruckmaschine den Weg der Sinti und Roma vom Sammelplatz bis zur Verladerampe nach und verlegte eine Platte mit der Inschrift: „Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti“. Damals wurde die Idee zu den „Stolpersteine“ geboren, als eine Zeitzeugin meinte: „Hier bei uns haben doch nie Zigeuner gewohnt.“ Im Oktober 2005 erhielt er für sein Projekt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

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Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten

Hillel Klein – Überlebender nicht Opfer der Shoa

Dr. Gemma Jappe

Zur Person: Frau Dr. Jappe absolvierte eine psychoanalytische Ausbildung nach den Richtlinien der DPV/IPV. Sie blickt auf über 40 Jahre Berufstätigkeit, bzw. 30jährige psychoanalytische Praxis zurück. Ihre Spezialgebiete sind Psychoanalyse und Sprache sowie psychoanalytische Diskurse zu Fragen der deutschen Geschichte, speziell den Folgen des Nationalsozialismus.

Veröffentlichung: Zur Psychoanalyse der Objektbeziehungen. Mit einer Erstveröffentlichung aus dem Briefwechsel von Sigmund Freud und Sándor Ferenczi. Herausgegeben von Gemma Jappe und Carl Nedelmann. problemata. 88. 1980.

Von der Schuld zur Verantwortung
Die Einstellung zur Nazi-Epoche gleicht auffällig dem, was Sigmund Freud einmal so beschreibt: Der Kranke “hat sich gewöhnlich damit begnügt, seine Krankheit zu bejammern, sie als Unsinn zu verachten, in ihrer Bedeutung zu unterschätzen, hat aber sonst das verdrängende Verhalten, die Vogel-Strauß-Politik, die er gegen ihre Ursprünge übte, auf ihre Äußerungen fortgesetzt.” Das Verdrängen aber birgt die Gefahr der Wiederholung, die für unsere Gesellschaft in der Formel “nie wieder von deutschem Boden…” beschworen wird. Es gilt, versteckte Bomben, ganz wie Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, rechtzeitig zu entschärfen, wenn sie unvermutet ans Tageslicht gelangen. Doch werden uns Brandschutzmaßnahmen und Evakuierungen allein nichts nützen, wenn es nicht gelingt, solche Bomben auch als Symptome einer kollektiven Auseinandersetzung zwischen Widerstand und Erinnern zu behandeln.
Diese Arbeit vollzieht sich in winzigen Schritten: Es ist nicht möglich, Millionen von Toten insgesamt und wie ein für alle Mal zu betrauern – gerade solche Großkundgebungen sind anfällig für pathetische Entgleisungen. Es ist der Einzelne, dessen Schicksal anrührt. Hierzu anzustoßen, ist der Sinn von Stolpersteinen, wie ich ihn mit der Erinnerung an den großen Psychoanalytiker Hillel Klein (1923 bis 1985) setzen möchte.

Sein soeben erschienenes Buch “Überleben und Versuche der Wiederbelebung. Psychoanalytische Studien mit Überlebenden der Shoa und mit ihren Familien in Israel und in der Diaspora.” (mit einem Vorwort von Yehuda Bauer) beginnt mit einem Fanfarenstoß: “Eines Tages im Winter 1942 bewachte ein junger SS-Mann eine Gruppe müder Häftlinge, die einen Graben schaufelten, und fragte einen von ihnen: “Sag mir die Wahrheit. Wer wird im Krieg siegen?” Der Jugendliche, an den er sich wandte, zitierte leise ein lateinisches Sprichwort: “Im Krieg gibt es keine Sieger, nur Opfer.” Der Soldat wurde wütend. Er richtete einen Revolver auf den Kopf des jungen Mannes und sagte: “Wenn du nicht die Wahrheit sagst, Judenhund, dann bringe ich dich auf der Stelle um!” (…) Der junge Mann trat einen Schritt aus der Reihe heraus. Er war kühner geworden. “Deutschland wird den Krieg verlieren. Hitler kann nicht die ganze Welt zerstören.” Die beiden starrten sich für den Bruchteil einer Sekunde an. Der SS-Mann schwieg und steckte langsam die Pistole weg. “Weitermachen!” schrie er.

Dieser … Jugendliche war Hillel Klein, in Krakau geboren, seit dem Überfall auf Polen erst im Ghetto und Untergrund, dann im Arbeitslager. Noch im Jahr seiner Befreiung begann er mit Kindern aus Lagern zu arbeiten, studierte Medizin in München, emigrierte über Schweden nach Israel. Als Psychiater und Psychoanalytiker war er auch Hauptgutachter in Wiedergutmachungsverfahren.

“Ich will kein Opfer sein”, habe ich ihn oft sagen hören. Vordergründig ging es dabei um die Vermeidung neuer Verletzungen, letztlich aber darum, sein Leben nicht von der Fremdbestimmung durch die Verfolgung her zu definieren. In dem bedeutenden Vortrag “Von Schuld zu Verantwortung” (1983) verlegt Klein den Schauplatz der Auseinandersetzung mit dem Nazitum entschieden in die Gegenwart: “Wir sollen Verantwortung gerade nicht den fremden und eigenen Vätern überlassen und uns gerade nicht auf eine kollektive Schuld berufen.” Dies kann helfen, die schamerfüllten Augen vom Boden zu heben, erstmals genau hinzusehen und individuelle Verantwortung zu übernehmen: Was weißt du? Wen hast du gefragt und wie? Was denkst du wirklich? Wer bist du? Es geht um die inneren Berührungspunkte mit dem Nazitum gerade bei den “Untadeligen”, die sich dagegen gefeit glauben.

Antisemitismus gehört für Klein zu den Grundbedingungen des Menschseins. Er bildet eine Durchgangsstufe in der sehr frühen kindlichen Entwicklung. Wird sie nicht vollständig durchlaufen und überwunden, führt das zu Fixierungen und Fehlentwicklungen. Antisemitismus hat zu tun mit der Sehnsucht nach einem großartigen Vater, der das (mütterliche) Chaos der Schöpfung ordnet. Leider gelingt dies nie ganz, und je weniger das ertragen werden kann, desto massiver tritt ein Teufel auf den Plan, der die großartigen Absichten durchkreuzt, alles verdirbt und gar die Weltherrschaft an sich zu reißen droht – zum Beispiel das internationale Judentum.

Die Rede vom “Aufarbeiten der Vergangenheit” suggeriert, man könne etwas tun, und dann sei das Vergangene irgendwann weg. Mit “Durcharbeiten” meinen wir Psychoanalytiker aber etwas anderes: Tag für Tag, krümchenweise, den archaischen Boden, der immer neue Klumpen bildet, durchzuackern und zu kultivieren. In diesem Sinne ist Hillel Klein ein “Kulturarbeiter” zu nennen.

Forgiving as an Issue of collective Memory?

Gespräche mit Eva Moses Kor  und Prof. Dr. Pumla Gobodo-Madikizela

Eva Mozes Kor and her identical twin, Miriam Mozes, survived the deadly genetic experiments conducted by The Angel of Death, Josef Mengele, in the deathcamp Auschwitz during 1944-1945. Their parents, grandparents, two older sisters, uncles, aunts and cousins were killed.
Mengele did a number of medical experiments of unspeakable horror at Auschwitz, using twins. These twins as young as five and six years of age were usually murdered after the experiment was over and their bodies dissected. A smiling „uncle Mengele“ injected chemicals into the eyes of children in an attempt to change their eye color. He made experimental surgeries performed without anesthesia, transfusions of blood from one twin to another, isolation endurance, reaction to various stimuli. He made injections with lethal germs, sex change operations, the removal of organs and limbs.
Approximately three thousand twins passed through Auschwitz during WWII until its liberation at the end of the war. Only a few of these twins survived the experiments which they were subjected to at the hands of Mengele. Among them were Eva and Miriam Mozes.

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Das Erbe der Apartheid – Trauma, Erinnerung, Versöhnung

Gespräche mit einem der größten Verbrecher der Apartheid

Prof. Dr. Pumla Gobodo-Madikezela
Buchvorstellung im Dom-Forum

In diesem Buch erzählt Pumla Gobodo-Madikizela, von ihren Begegnungen mit Eugene de Kock, einem der größten Verbrecher der Geheimpolizei im Südafrika der Apartheid. Die Autorin traf de Kock, der in Südafrika den Spitznamen “Prime Evil” – frei übersetzt “Oberster Verbrecher” – führt, im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses von Pretoria, wo de Kock eine 212-jährige Haftstrafe für seine Verbrechen absitzt.Beim Lesen ihres Buches können wir nachvollziehen, wie die Autorin hin – und hergerissen wird, zwischen dem Wunsch, einen Schuldigen zu finden flur die Verbrechen, die im Namen der Apartheid begangen wurden, und dem Impuls einem Menschen, der bereut,  zu vergeben. Das menschliche Gesicht des Verbrechens ist es, was zugleich erschreckt und berührt. Und was die Autorin dazu zwingt, ihr eigenes Konzept von Reue und den Grenzen der Vergebung zu überdenken.

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Wir weinten tränenlos

Augenzeugenberichte des jüdischen “Sonderkommandos” in Auschwitz

Dr. Gideon Greif

Dr. Gideon Greif, geb. 1951, israelischer Historiker und Pädagoge, stammt aus einer deutschsprachigen, jüdischen Familie und arbeitet als Historiker und Pädagoge an der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. Dr. Greif widmet sich seit über 25 Jahren der Erforschung der Shoah. Im Zentrum seiner Recherchen steht die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Sein erstes, auf Deutsch veröffentlichtes Buch erschien 1995 im Böhlau-Verlag: ”Wir weinten tränenlos – Augenzeugenberichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz” (auch Fischer TB 1999). 2000 Promotion an der Universität Wien. Gastprofessur am ”Center for Contemporary Judaic Studies” an der Universität Miami, Florida. Dr. Gideon Greif hat eine Vielzahl von Dokumentationen über die Shoah für den israelischen Rundfunk und das israelischer Fernsehen produziert.

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Trauma, Forgiveness and Reconciliation

Die Dynamik des Opfer-Täter-Dialoges in der Wahrheitskommission Südafrikas (TRC)

Prof. Dr. Pumla Gobodo-Madikizela

Frau Prof. Dr. Pumla Gobodo-Madikizela lehrt Klinische Psychologie an der Universität Kapstadt und ist gleichzeitig Gründerin, Beraterin und Lehrende an verschiedenen Institutionen Südafrikas, den USA und Nordirlands, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Terror, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in politischen Systemen nicht nur per Gesetz zu ahnden, sondern mit Hilfe eines Täter-Opfer-Dialogs zur Verständigung, psychischer Verarbeitung und Versöhnung beizutragen. Ihre hauptsächlichen Forschungsschwerpunkte sind Trauma-Erfahrungen in sozialen und politischen Systemen,  Prozesse von Verzeihen (forgiveness), Versöhnen (reconciliation) und der Täter-Opfer-Dialog und seine Auswirkungen. Neben einer Reihe von Veröffentlichungen in psychoanalytischen und psychologischen Zeitschriften schrieb sie das bewegende Buch “A Human Being Died That Night – A Story of Forgiveness”, das in den USA, Südafrika und den Niederlanden erschien und für dass sie kürzlich den Alan Paton-Award in Südafrika erhielt.

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Wir weinten tränenlos

Wie gehen Betroffene des Holocaust mit ihren traumatischen Erfahrungen um?

Dr. Gideon Greif

Dr. Gideon Greif, geb. 1951, israelischer Historiker und Pädagoge, stammt aus einer deutschsprachigen, jüdischen Familie und arbeitet als Historiker und Pädagoge an der jüdischen Gedenkstätte Yad Vashem in Israel. Dr. Greif widmet sich seit über 25 Jahren der Erforschung der Shoah. Im Zentrum seiner Recherchen steht die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Sein erstes, auf Deutsch veröffentlichtes Buch erschien 1995 im Böhlau-Verlag: ”Wir weinten tränenlos – Augenzeugenberichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz” (auch Fischer TB 1999). 2000 Promotion an der Universität Wien. Gastprofessur am ”Center for Contemporary Judaic Studies” an der Universität Miami, Florida. Dr. Gideon Greif hat eine Vielzahl von Dokumentationen über die Shoah für den israelischen Rundfunk und das israelischer Fernsehen produziert.

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