Wie sich Narrative in Familien der Täter durchbrechen lassen, in: Oliver von Wrochem/Christine Eckel: Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie, S. 475-491, Metropol Verlag, 2016
Alexandra Senfft: Der Lange Schatten der Täter
Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte

Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken bis heute nach. Still prägen sie als „vererbtes“ Leid das Leben vieler, wirken sich auf Biografien und Beziehungen aus, beeinflussen die Politik. Alexandra Senfft verdeutlicht, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr Buch stellt unbequeme Fragen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham, gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt dieses Buch Wege, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen – und macht das Erinnern zum gegenwärtigen Auftrag für die Zukunft.
Alexandra Senfft ist Mitglied des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.). Pakh auf Seiten 286ff., 305ff., 313-335
Das Ende der Sprachlosigkeit?
Auswirkung traumatischer Holocaust-Erfahrungen über mehrere Generationen

Liliane Opher-Cohn, Johannes Pfäfflin, Bernd Sonntag, Bernd Klose, Peter Pogany-Wnendt
Zusammenfassung der Beiträge des 1998 unter gleichem Namen veranstalteten Symposiums
Mit Beiträgen von:
Liliane Opher-Cohn, Johannes Pfäfflin, Bernd Sonntag, Bernd Klose, Peter Pogany-Wendt, Ira Brenner, Yolanda Gampel, Ilany Kogan, Klaus E. Grossmann, Mathias Hirsch, Jean-Jaques Moscovitz, Bernd Nitzschke, Terez Virag, Vamik D. Volkan, Jörn Rüsen, Annette Streeck-Fischer
Psychosozialverlag ISBN-10: 3-89806-005-5
Kriegskinder und Kriegsenkel
Die Wahrheit kann heilen, Ursula Reinsch
Deutschlandfunk, 3. März 2016
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Nie die Hoffnung verlieren
Eine authentische Geschichte geschrieben und illustriert von der Klasse 4b Lycée Français de Düsseldorf

David Reusmann (1936 – 2011) war Überlebender eines ukrainischen Ghettos. Er hat seine Erfahrungen in einem Schulprojekt mit 10- bis 11-jährigen Schülerinnen und Schülern der französischen Schule Düsseldorf berichtet. Die Schülerinnen und Schüler nahmen diesen eindrucksvollen Lebensbericht zum Anlass, seinen Bericht in einem zweisprachigen Reader einfühlsam niederzuschreiben und durch gemalte Bilder zu illustrieren. Dieses Projekt wurde 2006 als Poster auf dem Kongreß in Kapstadt zum Thema “Memory, Narrative and Forgivenes. Reflecting on ten years of South Africa’s Truth and Reconciliation Commission.” mit großem Erfolg vorgestellt.
Der Bildband kann bei der Vereinsführung gegen einen Unkostenbeitrag von 5 € bezogen werden.
Intersubjektivismus, eine gute Idee ihn zu praktizieren, aber wie funktioniert er in der Theorie?
Ein Nachdenken über „das Dritte“, die Anerkennung und über Verwicklungen
Wissenschaftlicher Gastvortrag im IPR (Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie im Rheinland e.V.)
Jessica Benjamin/New York
In Ihrem Vortrag zeichnete Jessica Benjamin auf metapsychologischer Ebene den Weg von der Säuglingsbeobachtung bis zur intersubjektiven Psychoanalyse auf. Dabei geht es ihr weniger um die Säuglingszeit selbst, als vielmehr um die Untersuchung der Mutter – Kind – Beziehung im intersubjektiven Kontext. Begriffe wie Anerkennung, Gegenseitigkeit, Reziprozität bilden Schlüsselkategorien zur Beschreibung der affektiven Einstimmung zwischen Zweien als frühester Form des Dritten. Das Paar entdeckt, findet und erschafft in einer Gemein-schaftsleistung im Miteinander ein anerkennendes Drittes – einen Bezugsrahmen, der Momente der Zerstörung und des Auseinanderbrechens überleben kann.
„Intersubjektivismus, eine gute Idee ihn zu praktizieren, aber wie funktioniert er in der Theorie?“ weiterlesenReflections on Living in the Desert
The Path to Mutual Acceptance with the Bedouin Neighbors
Tal Litvak-Hirsch und Rodney Hirsch (Israel)

Tal Litvak-Hirsch und Rodney Hirsch aus Israel berichteten über einen ungewöhnlichen Dialog-Prozess, der mit einer Auseinandersetzung mit den in der Negev -Wüste lebenden Beduinen begann. Der Wunsch der beiden jüdischen Israelis, im Negev mitten unter arabischen Israelis ansässig zu werden, entwickelte sich zu einem intensiven Annäherungsprozess: von Fremdheit und Feindschaft, schwierigen Begegnungen und hasserfüllten Reaktionen hin zu Empathie und gegenseitiger Anerkennung.
„Reflections on Living in the Desert“ weiterlesenSchwarze Löcher
Unbewusste Erbschaften des Nationalsozialismus
Uta Ottmüller, in: >> Learning from History
Internal Racism, Antisemitism and Islamophobia
A Psychoanalytic Approach
M. Fakhry Davids, London
Vortrag im IPD – Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf
Eine Veranstaltung Düsseldorfer Arbeitsgruppe der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) in Kooperation mit dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie im Rheinland e.V. sowie dem Arbeitskreis für Intergenerationelle Folgen des Holocaust, ehemals PAKH e.V. (Köln -Düsseldorf)
Fakhry Davids geht davon aus, dass Rassismus nicht allein durch psychische Kräfte entsteht, sondern immer auch gesellschaftlich bedingt ist. In seinem Konzept des „Internal Racism“ versteht er psychische Prozesse im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext. Psychoanalytisch bezieht er sich auf objektbeziehungstheoretische Ansätze in der Psychoanalyse und auf eine zeitgenössische Sicht von Abwehrorganisationen. Anhand von klinischem Fallmaterial begründet er die Annahme einer inneren rassistischen Abwehrorganisation, die nach innen hin der Angstabwehr diene. Sie nutze aber gleichzeitig in der äußeren Welt existierende soziale Stereotype, um sich den Anschein von Normalität zu geben. Davids nennt dies eine „normale pathologische Organisation“. Vor diesem Hintergrund beschäftigt er sich mit aktuellen Formen von Antisemitismus und Islamophobie. (Vortrag in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln)
Am Samstag, 30. Mai 2015, fand ein Kasuistisch-technisches Seminar statt.
Anhand von Gedächtnisprotokollen wurden zwei Ausschnitte aus laufenden hochfrequenten Psychoanalysen vorstellt und von Fakhry Davids supervidiert.
Zum Referenten:
M Fakhry Davids, London (MSc Clin. Psych., F Inst Psychoanal, IPA, PCCA) ist Psychoanalytiker in privater Praxis in London. Er qualifizierte sich zum Klinischen Psychologen in seinem Geburtsland Südafrika, bevor er nach London zog, um dort eine Ausbildung an der Tavistock Clinic und am Britischen Institut für Psychoanalyse zu machen. Er ist Gastdozent an der Tavistock Clinic und war zuvor Dozent für Psychologie an der Universität von Kapstadt, Psychotherapeut am Nafsiyat Intercultural Therapy Centre, London, und Honorarberater an der London Clinic of Psychoanalysis. Sein Buch, „Internal Racism: A Psychoanalytic Approach to Race and Difference“ wurde 2011 bei Palgrave Macmillan publiziert. Er ist Mitglied der Tavistock Society of Psychotherapists, der British Psychoanalytical Society und der IPA, sowie ein Gründungsmitglied der Partners for Confronting Collective Atrocities (PCCA e.V).
Angela Moré: Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen
Erschienen in: Günter Mey: „Von Generation zu Generation“

Angela Moré vergleicht die Ähnlichkeiten und Unterschiede transgenerationaler Vererbungsinhalte und ihrer Folgen bei Nachkommen von Überlebenden der Shoah und bei Nachkommen von NS-Täter/innen. Im Anschluss daran werden die Mechanismen analysiert, die diese unbewussten Übertragungsprozesse ermöglichen. Zu deren Erklärung werden die Erkenntnisse über Interaktionen in der frühesten und frühen Kindheit, die in der psychoanalytisch orientierten Säuglingsforschung, Bindungstheorie und im Mentalisierungsansatz gewonnen wurden, herangezogen.
Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
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