Hans Jürgen Paas: Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst

Die Verstrickung von Unterstaatssekretär Martin F. J. Luther in den Holocaust

»Glaube mir, ich habe von alledem nichts gewusst« sagte Martin F. J. Luther im Mai 1945 zu seinem Sohn. Er war Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt unter Ribbentrop und Teilnehmer der Wannseekonferenz. Diese Geschichte brachte Hans Jürgen Paas, den Ehemann von Luthers Enkelin, dazu, dessen Lebenslauf und seine Verstrickung in den Holocaust intensiv zu erforschen. 

Was hat ein Mensch in dieser Position wirklich gewusst? Was musste er als Teilnehmer dieser Konferenz zwangsläufig wissen, einer Besprechung, auf der ausführlich beratschlagt und maßgeblich mit darüber entschieden wurde, wo wie viele Juden vernichtet werden sollten? Allein Luthers berufliche Funktion, spätestens aber seine Konferenzteilnahme strafen seine Aussage Lügen!

Das vorliegende Buch ist nicht nur eine detaillierte Aufzeichnung von Luthers Lebensweg und Beschreibung seiner Persönlichkeitsstruktur, sondern auch eine generelle Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Hans-Jürgen Paas ist Mitglied des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.).

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt, 
ISBN 978-3-7528-2987-7

 

Angela Moré: Schweigen und Verschweigen. Kommunikationstabus und ihre Folgen im intergenerativen Dialog

Erschienen in: Stephan Alder und Klemens Färber: „Das Geheimnis in der Psychotherapie“

Dieser Text setzt sich mit den bewussten und unbewussten Motiven des Schweigens und Verschweigens bei Opfern und Tätern des Holocaust auseinander sowie den Folgen offizieller Unterdrückung von Wissen und (Er-)Kenntnissen – hier am Beispiel des Umgangs der modernen Türkei mit dem Völkermord an den Armenier/innen während des Ersten Weltkriegs. Der Text ist somit zugleich ein Beitrag zur vergleichenden Genozidforschung.

Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
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Alexandra Senfft: Der Lange Schatten der Täter

Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte

Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken bis heute nach. Still prägen sie als „vererbtes“ Leid das Leben vieler, wirken sich auf Biografien und Beziehungen aus, beeinflussen die Politik. Alexandra Senfft verdeutlicht, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr Buch stellt unbequeme Fragen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham, gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt dieses Buch Wege, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen – und macht das Erinnern zum gegenwärtigen Auftrag für die Zukunft.

Alexandra Senfft ist Mitglied des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust (ehem. PAKH e.V.). Pakh auf Seiten 286ff., 305ff., 313-335

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Das Ende der Sprachlosigkeit?

Auswirkung traumatischer Holocaust-Erfahrungen über mehrere Generationen

Liliane Opher-Cohn, Johannes Pfäfflin, Bernd Sonntag, Bernd Klose, Peter Pogany-Wnendt
Zusammenfassung der Beiträge des 1998 unter gleichem Namen veranstalteten Symposiums
Mit Beiträgen von:
Liliane Opher-Cohn, Johannes Pfäfflin, Bernd Sonntag, Bernd Klose, Peter Pogany-Wendt, Ira Brenner, Yolanda Gampel, Ilany Kogan, Klaus E. Grossmann, Mathias Hirsch, Jean-Jaques Moscovitz, Bernd Nitzschke, Terez Virag, Vamik D. Volkan, Jörn Rüsen, Annette Streeck-Fischer

Psychosozialverlag ISBN-10: 3-89806-005-5

Nie die Hoffnung verlieren

Eine authentische Geschichte geschrieben und illustriert von der Klasse 4b Lycée Français de Düsseldorf

David Reusmann (1936 – 2011) war Überlebender eines ukrainischen Ghettos. Er hat seine Erfahrungen in einem Schulprojekt mit 10- bis 11-jährigen Schülerinnen und Schülern der französischen Schule Düsseldorf berichtet. Die Schülerinnen und Schüler nahmen diesen eindrucksvollen Lebensbericht zum Anlass, seinen Bericht in einem zweisprachigen Reader einfühlsam niederzuschreiben und durch gemalte Bilder zu illustrieren. Dieses Projekt wurde 2006 als Poster auf dem Kongreß in Kapstadt zum Thema “Memory, Narrative and Forgivenes. Reflecting on ten years of South Africa’s Truth and Reconciliation Commission.” mit großem Erfolg vorgestellt.

Der Bildband kann bei der Vereinsführung gegen einen Unkostenbeitrag von 5 € bezogen werden.

Angela Moré: Die unbewusste Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen an nachfolgende Generationen

Erschienen in: Günter Mey: „Von Generation zu Generation“

Angela Moré vergleicht die Ähnlichkeiten und Unterschiede transgenerationaler Vererbungsinhalte und ihrer Folgen bei Nachkommen von Überlebenden der Shoah und bei Nachkommen von NS-Täter/innen. Im Anschluss daran werden die Mechanismen analysiert, die diese unbewussten Übertragungsprozesse ermöglichen. Zu deren Erklärung werden die Erkenntnisse über Interaktionen in der frühesten und frühen Kindheit, die in der psychoanalytisch orientierten Säuglingsforschung, Bindungstheorie und im Mentalisierungsansatz gewonnen wurden, herangezogen. 

Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.
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Angela Moré: War Opa doch ein Nazi?

Folgen der Schuldverstrickung von Täter/innen und Mitläufer/innen für deren Nachkommen
Erschienen in: „Die Kinder der Kriegskinder“, Jahrbuch für psychohistorische Forschung Bd. 13, 1.12.2012

Angela Moré greift hier die Problematik der fortgesetzten Verleugnung von Mitschuld in vielen deutschen Familien auf und beleuchtet die unterschiedlichen Reaktionen auf diese Schuldverstrickungen und ihre Leugnung in den Kindern und Enkeln der Tätergeneration.

Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin.  

Angela Moré: Grenzenlosigkeit – Wut – Resignation. Reinszenierungen und Abwehr bei den Nachkommen von Tätern

erschienen in: „Unheimliche Wiedergänger? Zur politischen Psychologie des NS-Erbes in der 68er-Generation“ (psychosozial Verlag Nr. 124 34/2, 2011, S. 27-42)

In diesem Beitrag geht es um die  unbewussten Formen der Reinszenierung von Idealisierungen, Angstabwehr und Unterwerfung bis hin zur Ausübung von Gewalt bei der ersten Generation der Täternachkommen. Die Autorin untersucht die unbewussten Mechanismen wie Introjektion, Identifikation mit dem Aggressor oder Verkehrung ins Gegenteil, die zu diesen Reaktionen beitragen.


Angela Moré ist Mitglied des Arbeitskreises für Intergenerationelle Folgen des Holocaust — PAKH. Sie  ist Sozialpsychologin und Gruppenanalytikerin. 
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